Tote und Verletzte nach Brand in Bukarester Nachtklub

In der rumänischen Hauptstadt Bukarest sind bei einem Brand in einem Musikclub mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Rund 180 Personen wurden laut dem zuständigen Staatssekretär verletzt.

Junge Menschen auf einer nächtlichen Strasse, eine junge Frau ist in eine Foliendecke gehüllt.

Bildlegende: Nach dem Ausbruch des Feuers kam es offenbar zu einer Massenpanik. Reuters

Bei einem Brand in einem Musikclub in der rumänischen Hauptstadt Bukarest sind am späten Freitagabend mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Rund 180 weitere Personen wurden verletzt in Spitäler gebracht, wie der für das Rettungswesen zuständige Staatssekretär Raed Arafat erklärte. Er befürchte, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte, sagte Arafat.

Brand offenbar wegen Feuerwerk

Offizielle Angaben zur Ursache des Unglücks lagen zunächst nicht vor. Mehrere Zeugen sagten lokalen Medien, bei einer Feuerwerksshow im Club «Colectiv» habe sich eine mit Schallschutz-Schaum verkleidete Säule in der Nähe der Bühne entzündet.

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Einsatzkräfte versorgen Verletzte (unkomm.)

0:20 min, vom 31.10.2015

Ein Wachmann habe versucht, den Brand zu löschen – ohne Erfolg. Von der Säule habe sich das Feuer auf die ebenfalls mit Schallschutz-Material versehene Decke und anschliessend auf die Wände ausgebreitet.

Daraufhin sei es zu einer Massenpanik gekommen, weil zunächst nur einer von zwei Ausgängen des Clubs geöffnet gewesen sei. Viele Gäste seien niedergetrampelt worden.

Krisensitzung der Regierung

Der rumänische Staatspräsident Klaus Iohannis teilte auf Facebook mit, er sei «erschüttert und tief traurig». Es handle sich um einen «sehr traurigen Moment» für das Land. Das Gesundheitsministerium rief die Bevölkerung zu Blutspenden auf. Die Regierung will eine Krisensitzung abhalten.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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    Als 15-Jähriger floh Andrei Mihailescu mit seinem Vater aus Rumänien in die Schweiz: ein Kulturschock und eine grosse Befreiung. Denn das Rumänien unter Ceausescu war geprägt von Bedrohung und Misstrauen. Enthusiastisch versuchte Mihailescu von der Schweiz aus jahrelang, eine politische Zusammenarbeit von West und Ost zustande zu bringen, doch er scheiterte an gegenseitigem Unverständnis. Jetzt erzählt der Schriftsteller in seinem ersten Roman «Guter Mann im Mittelfeld» von dieser Zeit und davon, wie Menschen im totalitären System zu überleben versuchen, ohne ihre Würde zu verlieren.

    Uta Kenter

    Mehr zum Thema

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    Die Schweiz unterstützt mit 180 Millionen Franken Entwicklungsprojekte in Rumänien. Rund zehn Prozent davon kommt den Roma zu Gute. Sie werden in Rumänien immer wieder ausgegrenzt, finden kaum Arbeit und leben oft in Armut. Besuch in einer Schule, welche von der Schweiz unterstützt wird.

    Rafael von Matt