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Panorama #TraditionallySubmissive: Kopftuch und Doktortitel

Auf Twitter posten derzeit muslimische Frauen ihre beruflichen und privaten Erfolge unter dem Hashtag #TraditionallySubmissive. Dies, nachdem der britische Premier David Cameron gesagt hatte, Musliminnen seien «traditionell unterwürfig» und somit für die Radikalisierung von Männern mitschuldig.

Mit dieser Antwort hatte der britische Premierminister David Cameron wohl nicht gerechnet. Er hatte gesagt, dass Musliminnen in Grossbritannien Englischkurse belegen sollten, um sich zu integrieren. Und: Dass ein Grund für die Radikalisierung muslimischer Männer die «traditionelle Unterwürfigkeit» der Musliminnen sei.
Dies liessen vor allem gut ausgebildete Britinnen muslimischen Glaubens nicht auf sich sitzen. Sie konterten auf Twitter mit ihren Erfolgen, ihren Hobbies und ihrer Individualität unter dem Hashtag #TraditionallySubmissive – durchaus bissig, aber mit britischem Humor.

Diese junge Dame liebt das Tauchen, liest gerne Harry Potter und ist eine TV-Produzentin. Als Viersprachige fragt sie Cameron: Wie viele Sprachen sprichst du?

Eine neunfache Grossmutter bezeugt stolz ihren Doktortitel in Pharmazie und ihre 40 Jahre Berufserfahrung in Spitälern und Apotheken.

Einen Master in Englischer Literatur, Sekundarschullehrerin, Bloggerin und Poetin – ob das Cameron wohl reicht mit den Sprachkenntnissen?

Diese dreifache Mutter, Optikerin und glühender FC-Liverpool-Fan fragt: «Warum lernst du uns nicht kennen, bevor du dich dazu berufen fühlst, uns zu kommentieren?»

Weniger Fussball, mehr Nerd: «Ich bin Muslimin und die Lieblings-Geek-Tante von fünf grossartigen Neffen. Cameron meint, ich sei traditionell unterwürfig.»

Star-Wars-Fan

«Unsere Jugendgruppe ist 20 Kilometer den Ärmelkanal entlanggewandert, um über 10‘000 Pfund für gute Zwecke zu sammeln.»

Jugendgruppe

Auch die Mütter junger Männer hatten etwas zu sagen. Taskeens Mutter hat einen Abschluss in Zoologie und Botanik, ist pensionierte Kindergärtnerin, Grossmutter und kocht laut eigenen Aussagen toll. Der Sohn twittert ironisch: «Meine Mutter ist auch traditionell unterwürfig.»

Salims Mutter antwortete Cameron als ausgebildete Montessori-Lehrerin: «Ich spreche fliessend fünf Sprachen (auch Englisch) und lese Bücher (auf Englisch.)»

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Binggeli (Demokrat)
    Seien wir Ehrlich, es ist doch einfach nur Glück oder Pech ob du jetzt Christlich geboren wirst oder Moslemisch. Sind ja alle nur Menschen.
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Sollte das nun ein Argument sein, dass wir hierzulande ein mittelalterliches Gepräge anzunehmen haben?
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    2. Antwort von Udo Gerschler (UG)
      Was ist mit denen die nur als Mensch geboren wurden?
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Es hat zu allen Zeiten sehr kluge Frauen mit wesentlich mehr Talent wie viele Männer gegeben. Die Rolle der Frau ist durch ihre körperliche Entwicklung und schulische Aussperrung bis heute noch immer zu einseitig auf die Mutterrolle reduziert. Eigentlich zum gewaltigen Nachteil der Männer. Eine gebildete, geschulte Frau, kann in vielen Lebenssparten, wesentlich mehr leisten wie ein Mann und damit dem Mann und der gesamten Gesellschaft eine ungeahnte Hilfe sein. Zudem - kluge Frauen sind sexy !
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    1. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Ich sehe an den Statements hier, wie auch bei uns das alte Frauenbild immer noch voll durchschlägt. Viele ungebildete, schwache Männer wollen die Frau nur am Herd sehen, klar, dass in Zeiten wo eine Frau noch 8 Kinder und mehr zu gebären hatte , war es zwangsläufig so. Bei dem Thema bewegen sich viele Männer auch bei uns noch in Muslimischen Vorstellungen. Dabei haben Frauen heute max. noch 1 bis 3 Kinder und der Herd verrostet dann später . Die Frauen sind heute frei zu wählen.
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  • Kommentar von Sabine Brun (S. Brun)
    Tut nicht alle so, als ob bei uns alles soviel besser wäre. Bis in die 80-er Jahre konnte ein Ehemann seiner Frau verbieten, ausser Haus arbeiten zu gehen (altes Eherecht). Auch in der Schweiz mussten sich die Frauen vieles hart erkämpfen, Stimm- und Wahlrecht gab's dann endlich 1972, kaum zu glauben ... Meine einzige Hoffnung sind effektiv die gebildeten Muslima: wehrt euch und macht die ständige Abwertung nicht mehr mit! Traditionen kann man ändern!
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    1. Antwort von Alex Bauert (A. Bauert)
      Fast. ZGB-Revision 1970 gab neues Familienrecht ohne «Familienoberhaupt», das den Wohnort für die Familie bestimmen konnte und über die Arbeit der Frau. Frauenstimmrecht März 1971. ABER: Geschiedene Frau, 5 Jahre mit neuem Mann im Konkubinat. Frau ist wie Kuh, wer sie hält, muss bezahlen. Ab 6. Jahr der neue Mann. Frau ist keine eigentständige Partnerin mit Einkommen aus nachehelicher Unterhaltspflicht. Das ist deftiger als alles andere. Geschändet ist z.B. Frau, nicht der Schänder, siehe StGB.
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    2. Antwort von Sabine Brun (S. Brun)
      Ziemlich geschmacklos, was Sie da von sich geben. Viele Frauen bestreiten ihren Lebensunterhalt auch während der Ehe selber. Und Unterhalt gibt's nur, solange Kinder betreut werden müssen.
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