Treffen der Wikipedia-Macher in London

In Englands Hauptstadt trifft sich derzeit die Wikipedia-Gemeinde zu ihrer alljährlichen Versammlung – Wikimania genannt. Während dreier Tagen diskutieren die Anhänger und Autoren der Internet-Enzyklopädie über ihre Erfahrungen und kommende Herausforderungen.

Video «Wikimania in London» abspielen

Wikimania in London

1:40 min, aus Tagesschau vom 9.8.2014

Gerade einmal 13 Jahre alt ist Wikipedia, doch die Homepage, welche das gesamte Wissen der Welt zusammen tragen will, gehört schon jetzt zu den fünf meist besuchten Internet-Seiten überhaupt: Über 110 Millionen Artikel in fast 300 Sprachen sind abrufbar – Tendenz steigend.

Mit dem zunehmenden Angebot wächst auch die Komplexität der Online-Enzyklopädie. Immer mehr sehen sich die Autoren mit rechtlichen Themen konfrontiert – zum Beispiel mit Fragen des Copyrights.

Video «Stéphane Coillet-Matillon: «Wir wollen noch mehr freie Inhalte»» abspielen

Stéphane Coillet-Matillon: «Wir wollen noch mehr freie Inhalte»

0:17 min, vom 9.8.2014

Streit treibt seltsame Blüten

Aktuell schlägt ein Affen-Selfie hohe Wellen im Netz. Ein schwarzer Makake hatte vor einigen Jahren mit der Kamera eines britischen Fotografen Bilder von sich selbst geschossen.

Einige der Fotos landeten auf Wikipedia und nun sieht sich das Lexikon mit einer möglichen Urheberrechts-Klage konfrontiert. Sind die Bilder das geistige Eigentum des Fotografen, oder sind sie gemeinfrei, da ein Tier den Auslöser gedrückt hat?

Wikipedia will User schützen

Über Fragen wie diese werden an der Wikimania 2014 mit viel Engagement diskutiert. Doch auch der aktuellen Überwachungsthematik kann sich Wikipedia nicht entziehen. Erstmals legte das Unternehmen diese Woche einen Transparenzbericht vor, in welchem Nutzerdaten-Anfragen von Behörden und Unternfehmen dokumentiert werden.

Die Wikipedia-Foundation prüfe als Betreiberin der Seite solche Anfragen sehr genau, sagt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales dem Schweizer Fernsehen. Prinzipiell tue man alles, um die Anonymität der Wikipedia-User zu schützen und die Freiheit des Internets zu garantieren, so Wales.

Über 2000 internationale Enzyklopädisten sind an der dreitägigen Konferenz im Londoner Barbican-Zentrum dabei. Zu Hause sitzen sie meist allein vor dem Computer. Umso mehr geniesst es die Wikipedia-Gemeinde deshalb, den Austausch über den Schirm hinweg – von Angesicht zu Angesicht – betreiben zu können.