Türkischer Vize-Regierungchef: Lachen für Frauen verboten

Bülent Arnic, Stellvertreter von Ministerpräsident Erdogan, sieht in der Türkei einen Sittenzerfall. Vor allem Frauen sollten sich in der Öffentlichkeit mässigen.

Zwei lachende Frauen

Bildlegende: Die Opposition findet, dass die Türkei nicht genug lachende Frauen haben kann. Reuters

Der türkische Vize-Regierungschef Bülent Arinc will nicht, dass Frauen in der Öffentlichkeit laut lachen. Dies war heute in türkischen Zeitungen zu lesen.

Porträt des Politikers Bülent Arnic

Bildlegende: Bülent Arnic kritisierte auch den angeblichen Hang von Frauen stundenlange Klatschgespräche per Handy zu führen. ZVG

Probleme wie wachsender Drogenkonsum schon bei jungen Menschen sowie Gewalt gegen Frauen seien Zeichen eines moralischen Niedergangs, sagte Arinc. Als Gegenmittel empfahl er muslimischen Türken die Lektüre des Koran.

Die Tugendhaftigkeit sei ein hoher Wert. Männer sollten ihren Frauen treu bleiben, und Frauen sollten in der Öffentlichkeit zurückhaltend sein und ihre Attraktivität nicht zeigen.

Aufruf zu Lachkundgebungen

Die Opposition kritisierte die Äusserungen des Politikers. Der Präsidentschafts-Kandidat der grossen Oppositionsparteien, Ekmeleddin Ihsanoglu, wies Arincs Äusserungen zurück.

Nichts brauche die Türkei so sehr wie das fröhliche Lachen von Frauen, erklärte er via Twitter. Die Fernsehjournalistin Banu Güven rief zu wöchentlichen Lachkundgebungen von Frauen auf.