Twitter reagiert auf Kritik

Keine Aufforderungen zu Gewalt und keine Verbreitung von Hass: Der Kurznachrichtendienst will keine Diskriminierungen mehr zulassen.

Die Terrormiliz IS unterhielt einer Studie des Brookings Instituts zwischen September und Dezember 2014 mindestens 46'000 Konten auf Twitter. Das trug dem Online-Kurznachrichtendienst die Kritik ein, zu wenig gegen radikale Gruppierungen, die zu Gewalt aufrufen und Hass verbreiten, zu unternehmen.

Jetzt hat Twitter reagiert und seine Bestimmungen gegen Hetze und andere Formen missbräuchlicher Nutzung verschärft. Wer gegen die Regeln verstösst, wird vom Kurznachrichtendienst ausgeschlossen, teilt Twitter mit. Das Unternehmen betonte aber auch, man stehe weiter für die Verbreitung unterschiedlichster Meinungen ein.

Die bisherigen Twitter-Bestimmungen waren allgemein formuliert. Sie untersagten Nutzern lediglich, «Gewalt gegen andere» zu verbreiten. Jetzt hat der Dienst die Regeln ausformuliert. Er verbietet jetzt explizit Drohungen und Angriffe gegen Menschen wegen ihrer Religion, Nationalität, sexuellen Orientierung, ihrem Geschlecht, Alter, einer Krankheit oder Behinderung.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Asoziale Medien: Hass-Lawinen auf Facebook, Twitter und Co.

    Aus 10vor10 vom 28.1.2015

    Gegen Kuhglocken, gegen Schwule, gegen Deutsche, gegen Juden, gegen Muslime. Gegen Ausländer vor allem. Im Internet ist der «Hass» los. Von einer neuen Giftigkeit ist die Rede. Extremismus-Forscher sprechen von einer starken Zunahme des Internet-Hasses. Was ist bloss los mit den Menschen im Internet?

  • Wachsende Gefahr von Cyber-Terror

    Aus Tagesschau vom 17.1.2015

    Auch in der virtuellen Welt existiert die Bedrohung durch radikale Islamisten: Vergangene Woche gab es vermehrt entsprechende Hackerangriffe, zum Beispiel auf die Internetseite des französischen Verteidigungsministeriums oder auf Twitter Accounts von US-Zeitungen oder des Militärs.