Udineser Provinzposse erheitert Italien

Lange mussten die Carabinieri auf ihre Dienstfahrräder warten. Nun sind sie da. Ins Rollen kommen sich aber nicht.

Bürokratie auf Italienisch: Die Polizisten von Udine haben Ende Oktober Dienstfahrräder bekommen. So weit so gut. Doch nutzen durften sie die Drahtesel noch nicht. Der Grund: eine fehlende Radfahrprüfung.

Diese besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil, in dem die Regeln der Strassenverkehrsordnung abgefragt werden. Hintergrund ist eine gesetzliche Bestimmung über Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, die Arbeitgeber verpflichtet, Beschäftigte im Umgang mit Arbeitsgeräten zu unterweisen.

Kurios: Bei den betroffenen Beamten handelt es sich um jene, die selber in Schulen Vorträge über das Radfahren halten. «Klingt wie ein Scherz, ist aber leider keiner», kommentierte die Zeitung «Messagero Veneto» den unfreiwilligen Boxen-Stopp der Carabinieri.

Der Stadtrat Enrico Pizza sprach gegenüber der Zeitung von einem Paradoxon, gegen das man machtlos sei. Auch er wäre zur Absolvierung eines Radfahr-Kurses verpflichtet, würde er ein Dienstfahrrad benützen. «Ich verwende mein eigenes», fügte der Politiker hinzu.