Sicherheit im Zoo Unvorsichtige Eltern gibt es immer

Gefahr beim Zoobesuch: Trotz Mauern und Gräben kann es zu Zwischenfällen kommen. Immer wieder missachten Besucher die Vorschriften. Besonders gefährdet sind die Kinder. Zoos handeln oder haben bereits gehandelt. Zum Beispiel mit schärferen Sicherheits-Vorschriften.

Zwei Kinder beobachten zwei Elefanten.

Bildlegende: Wie nah dürfen Besucher den Tieren kommen? Im Zürcher Elefantenpark trennt eine Scheibe Kinder und Tiere voneinander. Keystone

  • Einige Eltern bringen ihre Kinder in gefährliche Situationen.
  • Zoos entschärfen Gefahren durch bauliche Massnahmen
  • Im Plättli-Zoo in Frauenfeld biss ein Schimpanse einen Besucher.
  • Besucher sollen mehr Eigenverantwortung übernehmen.

Im Bärenpark im Berner Tierpark Dählhölzi gelten künftig schärfere Sicherheitsvorschriften. So dürfen Eltern ihre Kinder nicht mehr auf den Schultern tragen. Bernd Schildger, Direktor des Tierparks, sagte dem SRF Regionaljournal Bern, Freiburg, Wallis, es gebe immer wieder Eltern, die unverantwortlich handelten. So würden sie ihr Kind auf die Brüstung der Abschrankung setzen oder das Kind nahe an der Abschrankung auf den Schultern tragen.

«  Man stelle sich vor, jemand strauchelt, stolpert, wird geschubst und dann fällt das Kind von den Schultern runter zu den Bären. »

Bernd Schildger
Direktor Tierpark Dählhölzli

Gefahr bei den Eisbären

Im Zürcher Zoo sei es vor Jahren bei den Eisbären heikel gewesen, sagt Senior Kurator Robert Zingg auf Anfrage von SRF. So hätten Eltern ihre Kinder auf den Zaun gesetzt. Man habe dann einen neuen Zaun aufgestellt, der zum Sitzen unbequem gewesen sei. Das Problem gibt es mit dem neuen Konzept des Zoos nicht mehr; 1999 hat man die Eisbären abgegeben, um für andere Tiere mehr Platz zu gewinnen. Dort, wo Risiken bestehen würden, habe man baulich vorgesorgt, sagt Zingg.

Bauliche Massnahmen

Im Tierpark Goldau habe man von Anfang an bei der Bärenanlage einen Fallschutz in Form eines Eisennetzes gebaut, erklärt Martin Wehrle. Er ist Tierarzt und Mitglied der Geschäftsleitung. Generell stellt er aber im Park fest, dass Menschen über Abschrankungen steigen, um näher ans Tier zu kommen. Mitarbeiter des Tierparks müssten sie dann warnen.

Auf gute Geländer und vor allem auf Abstand setzen auch kleinere Zoos. Walter Mauerhofer, Chef vom Plättli-Zoo in Frauenfeld, sagt, zu den Raubtieren könne man gar nicht gelangen. Man habe genügend Abstand und einen genügend hohen Zaun.

Aber auch in seinem Zoo hat es vor einigen Jahren eine gefährliche Situation gegeben; So sei das Kind über eine Abschrankung geklettert und zum Schimpansen-Käfig gegangen. Die Affen hätten dem Kind zwar nichts getan, dafür aber den herbeigeeilten Vater durch die Gitterstäbe hindurch gepackt und in die Hand gebissen.

Eigenverantwortung

Bauliche Massnahmen seien für die Sicherheit unterstützend, damit der Besucher nicht zu nahe ans Tier komme, sagt auch Karin Federer. Sie ist im Walter Zoo in Gossau Tierärztin und Mitglied der Geschäftsleitung. Aber die Besucher müssten auch Verantwortung für sich und ihre Kinder übernehmen.

«  Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. »

Robert Zingg
Senior Kurator Zoo Zürich

Karin Federer betont, die grosse Mehrheit der Besucher halte sich an die Regeln. So tönt es auch aus dem Zürcher Zoo. Im letzten Jahr hätten über eine Millione Menschen den Zoo besucht, sagt Robert Zingg. 99,9 Prozent würden sich korrekt verhalten, schätzt der Senior Kurator. Und wie bei so vielem gelte auch hier: eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht.