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Panorama Verbote gegen Suff und Puff – Palma sehnt sich nach Zivilisation

Die Hauptstadt Palma auf der Ferieninsel Mallorca will weg vom reinen Ballermann-Image: Saufen im Freien, öffentliches Urinieren und Badekleidung in der Innenstadt werden untersagt. Aber auch Freier müssen sich in Acht nehmen, denn es drohen Bussen von bis zu 400 Euro.

Sauferei am Ballermann
Legende: Palma de Mallorca hat genug. Neue Benimmregeln sollen das Ferienziel «zivilisierter» machen. Keystone

Mallorca-Touristen müssen sich künftig beim ausschweifenden Feiern erheblich zügeln. Der Gemeinderat von Palma hat die umstrittene «Verordnung für zivilisiertes Zusammenleben» verabschiedet. Dies gelang mit den Stimmen der konservativen Volkspartei. Die linke Opposition votierte geschlossen dagegen.

Die neuen Regeln für mehr Ordnung und Sauberkeit am «Ballermann» stellt unter anderem Saufgelage unter freiem Himmel, öffentliches Urinieren und Spucken sowie ruhestörenden Lärm vor unter Strafe. Ebenso das Tragen von Badekleidung in der Innenstadt sowie «aggressives Betteln».

Zur Eindämmung der Strassenprostitution sollen zugleich die Freier zur Kasse gebeten werden – mit Bussen von bis zu 400 Euro. Mit 50 bis 200 Euro werden künftig leichte Vergehen gebüsst, etwa mit freien Oberkörper vor der Kathedrale von Palma einen Kaffee trinken. Wer die rote Fahne am Strand ignoriert, die ein Badeverbot bei schlechtem Wetter anzeigt, muss tiefer in die Reisekasse greifen.

Linke kritisiert die Verordnung scharf

Die strengen Benimmregeln sollen nach einer mehrwöchigen Informationskampagne ab Juni im erweiterten Strandbereich und ab September im ganzen Stadtgebiet gelten. Mallorca zählt jährlich zehn Millionen Touristen. Viele bleiben dabei in der Hauptstadt Palma.

Vertreter linksgerichteter Parteien klagen, dass die Kommunalregierung mit den neuen Benimmregeln nicht nur das unzivilisierte Verhalten vieler Touristen reduzieren möchte, sondern auch und vor allem die «Schwachen der Gesellschaft» wie etwa Prostituierte, Obdachlose und auch Strassenkünstler ins Visier nimmt. Zudem könne die neue Verordnung zur Unterdrückung von Demonstrationen missbraucht werden, heisst es.

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