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Panorama Video: Der «Sprecherhof» ist Geschichte

Erstmals ist in der Schweiz ein Hochhaus gesprengt worden. 75 Kilogramm Sprengstoff besiegelten das Schicksal des Aarauer Wahrzeichens.

Torfeld-Süd, Aarau, 8. März, 2.10 Uhr: Drei kurze Töne gellen durch die Nacht. Dann drückt Sprengmeister Walter Weber auf den Knopf. Sekunden später zerreissen mehrere Explosionen im Abstand von Millisekunden die Nacht: Das Gebäude knickt ein und fällt.

Nachdem sich Rauch und Staub verzogen haben, wird klar: Der «Sprecherhof» ist Geschichte. Walter Weber ist erleichtert. Die Sprengung ging erfolgreich über die Bühne. Das Hochhaus fiel wie geplant in sich zusammen, es bleibt nur noch ein Trümmerhaufen. Als einziger Kollateralschaden war ein grösseres Schaufenster zu beklagen, das aufgrund der Erschütterung in Brüche ging.

Grill- und Getränkestände

Probleme bereiteten einzig einige Zuschauer. Diese hatten sich noch kurz vor der Sprengung im Gefahrenbereich aufgehalten und mussten von der Polizei aufgefordert werden, mehr Abstand zu nehmen.

Rund um den Sprengort hatte sich ein kleines Volksfest mit Grill- und Getränkeständen entwickelt. Hunderte von Zuschauern verfolgten den spektakulären Gebäudeabbruch vor Ort.

Über 100 Sicherheitsleute

Gesprengt wurde aus Sicherheitsgründen in der Nacht. Das Gebiet um das Hochhaus, nur rund 100 Meter von der SBB-Bahnlinie Bern-Zürich entfernt, wurde grossräumig abgesperrt.

Über 100 Personen standen im Einsatz und sorgten für die Sicherheit. Neben Polizei und Feuerwehr arbeiteten auch 50 Armeeangehörige des Lehrverbandes Genie/Rettung mit. Sie dämmten mit Wasserwerfern den Staub ein.

Der 1966 erbaute «Sprecherhof» stand in einem ehemaligen Industrieareal – unweit des Bahnhofes Aarau. Die Immobiliengesellschaft Mobimo will am Standort bis 2016 ein neues Wohn- und Arbeitsquartier errichten. Die GastroSocial Pensionskasse, die Vorsorgeeinrichtung der Wirte, wird an der Stelle des «Sprecherhofes» ein neues, zwölfstöckiges Hochhaus errichten.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Hans Klein, Bern
    Hoffentlich wird das neue Hochhaus in einer nachhaltigeren Form errichtet, die vielleicht auch einen Rück- bzw. Abbau erlaubt. Ansätze dafür gab es – z.B. gerade vom Schweizer Architekten Fritz Haller – schon in den 1960er Jahren!
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