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Panorama Virtual Reality: Die Brillen sind da – fehlt nur noch die Reality

In Barcelona treffen sich derzeit die Grössen der Mobilfunk-Branche am «Mobile World Congress». Das Sensatiönchen dabei: der Schulterschluss zwischen Samsung und Facebook. Die beiden Giganten wollen den Virtual-Reality-Markt aufmischen. Die Technik ist da, was fehlt ist der Inhalt.

Legende: Video VR-Brillen im Anmarsch abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.02.2016.

Der Traum ist in etwa so alt wie das Fernsehen: Statt sich die Wirklichkeit eines Cowboys des 19. Jahrhunderts als zweidimesionales Geflimmer anzutun, besser mit einer VR-Brille von Samsung selbst ein Teil davon werden. Grosso modo dieser Traum ist am diesjährigen «Mobile World Congress» in Barcelona Zündstoff für die Ekstase der Branche. Freilich sind die Brillen nicht neu. Neu ist die Vehemenz ihrer Markteinführung.

Zuckerberg hat 2 Milliarden verwettet

Kaum jemand am Kongress der Mobilfunkanbieter hat damit gerechnet. Mit diesem Schulterschluss zweier Giganten.

«Bitte die Virtual-Reality-Brillen aufsetzen!», hiess es bei der grossen Samsung-Show. Und während die Zuschauer in die virtuelle Welt abgetaucht waren, schlich als Überraschungsgast Facebook-Chef Mark Zuckerberg an ihnen zur Bühne vorbei und freute sich diebisch. Der 31-Jährige hatte einst mit dem Kauf des Vorreiters Oculus zwei Milliarden Dollar auf die VR-Technik gewettet. Jetzt will er gemeinsam mit Samsung die Markteinführung einer tauglichen VR-Brille forcieren.

Testpersonen haben sich am «Mobile World Congress» in Barcelona eine VR-Brille von Samsung übergestreift. Sie leuchten ultraviolett.
Legende: Schöne, neue, virtuelle Welt. Was jetzt allerdings noch fehlt für die kollektive Euphorie, ist der Inhalt. Keystone

Win-Win für Samsung und Facebook?

Samsung setzt massiv auf den Trend virtuelle Realität. Sie soll dem Smartphone einen wachsenden Zusatznutzen und dem Anwender neue Erlebniswelten erschliessen. Und Samsung neue Märkte. Etwas, das auch Zuckerberg und sein zunehmend thrill-freies Gesichterbuch brauchen können.

Facebook habe schon früh in die Entwicklung dieser Technologie investiert, betonte Zuckerberg bei der gemeinsamen Präsentation in Barcelona. Dann hob er die Stärke von Samsung als Hardware-Hersteller hervor. In die Partnerschaft will Facebook im Gegenzug sein Software-Know-how einbringen. Mit Oculus arbeitete Samsung bereits bei der Gear VR zusammen.

Trend-Scouts sagen der Branche eine goldene Zukunft voraus. Der Markt für virtuelle Realität werde im laufenden Jahr um mehr als das Vierfache auf ein Volumen von drei Milliarden Dollar wachsen, sagte Samsung-Manager Martin Börner.

«Das fehlende Glies sind die Inhalte»

Im Laufe der kommenden Monate werden zahlreiche Brillen den Markt erobern, etwa Sonys Playstation VR, die Oculus VR und die Vive von HTC. Ganz ohne Wermutstropfen kommt die vielversprechende Prognose dennoch nicht weg.

Denn was bislang für den uneingeschränkten VR-Genuss fehlt, sind entsprechende Inhalte. 360-Grad-Aufnahmen sind technisch eine andere Liga als Fischmaul-Selfies und abgelichtete Mittagsmenüs. Bislang gibt es nur einige wenige Kameras, die in der Lage sind, die Umgebung in 3D aufzunehmen.

Zwar soll nun Samsungs neue Kamera Gear 360 Abhilfe schaffen und den VR-Markt ankurbeln. Aber bis dahin sind die Angebote, mit denen man irgendwo eintauchen kann, eher dürftig.

Die meisten Smartphone-Hersteller verweisen auf ihre Initiativen rund um VR, sagen Marktbeobachter wie Thomas Husson, Analyst bei Forrester. Doch dem Trend drohe, auch in diesem Jahr in der Nische zu bleiben. Wie bei 3D seien Inhalte derzeit noch das fehlende Glied.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Zuerst wird ein künstliches Bedürfnis kreiert, dann werden Nachrichten folgen, dass schon viele Leute eine solche Brille haben um uns das Gefühl zu geben, wir verpassen etwas. Es braucht dann nur noch ein Prominenter mit der Brille und die meisten Leute werden eine solch Brille kaufen. Wenn der Menschheit die wirkliche Wirklichkeit zu viel wird, setzt sie sich einfach eine Brille auf. Mit Drogen ginge es auch, die Belastung der Umwelt wäre geringer und die Konzerne würden nicht immer reicher.
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  • Kommentar von Man Are (Manare)
    Es ist beschämend, wie mehr und mehr der Mensch manipuliert wird. Wenn es je eine Evolution gegeben hat, war dies bestimmt nie das Ziel.
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    1. Antwort von Kim Hansson (Freddy Tobler)
      Eine frage der Anwendung. Diese Technik bietet auch positive Einsatzmöglichkeiten. Doch sehe ich leider auch die Flucht aus der düsteren Realität im Vordergrund da in diesem Markt unendliche Nachfrage besteht.
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