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Panorama Vor dem Wintereinbruch werden die Lawinensprengsysteme geladen

Im Unterengadin wurde vor 13 Jahren das erste ferngesteuerte Lawinensprengsystem der Schweiz installiert. Seither ist es vorbei mit der immer wiederkehrenden Verschüttung der Strasse zwischen Lawin und Giarsun. «Schweiz Aktuell» begleitet den Verantwortlichen bei der Platzierung der Sprengladungen.

Bis vor 13 Jahren wurden die Kantonsstrasse und die Bahnlinie zwischen den unterengadiner Dörfern Lawin und Giarsun Winter für Winter regelmässig von Lawinen verschüttet. Dann kam das automatische Lawinen-Sprengsystem, das erste der Schweiz. Dieses muss seither jeden Herbst vor dem ersten grossen Schnee mit Sprengladungen befüllt werden.

Acht Trommeln für je 12 Sprengungen während des Winters

Rund 100 Ladungen mit je fünf Kilogramm Sprengstoff bereitet Curdin Egler vom Bündner Tiefbauamt dafür vor. Gefährlich seien diese Vorbereitungen zunächst keineswegs, sagt er, als ihn «Schweiz Aktuell» im Werkhof Susch besucht:

Legende: Video Sprengstoff für die ferngesteuerte Lawinensprenganlage abspielen. Laufzeit 3:51 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 04.11.2015.

«Ohne Zündschnur kann da eigentlich gar nichts passieren, selbst wenn man die Sprengstoffladung ins Feuer werfen würde.» Anders sieht die Sache aus, nachdem Egler die Ladungen zum Abtransport auf den Berg fertiggemacht und auch die Zündschnur angebracht hat.

Vor dem Transport auf den Berg platziert Egler je 12 der Ladungen in einer Trommel, in der sie später einzeln gezündet werden. Über den Winter verteilt können dann an jedem Ort 12 mal kontrolliert Lawinen ausgelöst werden.

Auslösung der Sprengungen aus dem Tal

Per Helikopter werden die Trommeln schliesslich zu den insgesamt acht ferngesteuerten Sprengstationen im Gebiet bei Lawin und Giarsun geflogen. In Millimeterarbeit platziert sie der Pilot auf den von Egler vorbereiteten Masten. Während des Winters werden die Lawinensprengungen dann per Fernsteuerung aus dem Tal ausgelöst.

«Eine hundertprozentige Garantie, dass keine Lawine mehr bis ins Tal kommt, gibt es nicht», sagt Curdin Egler. Die Erfahrung der letzten 13 Jahre zeige aber, dass Strasse und Bahnstrecke nicht mehr verschüttet werden sollten. Wenn es nach ihm geht, kann der grosse Schnee nun kommen.

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