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Vorfall im Jahr 1980 Esther Gemsch klagt Dieter Wedel der versuchten Vergewaltigung an

Die Schweizer Schauspielerin Esther Gemsch (61) erhebt schwere Vorwürfe gegen den deutschen Regisseur Dieter Wedel (74).

Legende: Video Esther Gemsch in «Lüthi & Blanc» (1999) abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Aus Glanz & Gloria-Clip vom 25.01.2018.

In der «Zeit» berichtet Gemsch, Wedel habe sie 1980 unter einem Vorwand in sein Hotelzimmer gelockt und dort regelrecht überfallen. «Er setzte sich rittlings auf mich, packte meinen Kopf bei den Haaren und schlug ihn immer wieder aufs Bett, einmal auch an die Wand und dann einmal auf die Bettkante. Ich dachte, jetzt ist es aus.» Gemsch erleidet eine Halswirbelverletzung.

Saarländischer Rundfunk leitet Untersuchung ein

Der Übergriff soll am Rande der Dreharbeiten für «Bretter, die die Welt bedeuten» stattgefunden haben. Die Arbeiten wurden unterbrochen und die Hauptrolle wurde neu besetzt. Trotz Kenntnis des Vorfalls handelte der Saarländische Rundfunk nicht. Erst jetzt hat der Sender eine Untersuchung des Falls angekündigt.

Dieter Wedel

Wedel hat sich in den 80er- und 90er-Jahren mit TV-Produktionen wie «Der grosse Bellheim», «Der König von St. Pauli» oder «Der Schattenmann» einen Namen gemacht. Zuletzt leitete er die Bad Hersfelder Festspiele. Nach den ersten Vorwürfen der sexuellen Belästigung trat er Anfang Januar als Intendant zurück.

Gleichzeitig wies Wedel die Vorwürfe per eidesstattlicher Erklärung zurück und sprach von einer «diffamierenden Diskussion» um seine Person. Zu den jüngsten Vorwürfen kann Wedel laut seinem Anwalt Michael Philippi aus gesundheitlichen Gründen keine Stellung nehmen. Der 74-Jährige befindet sich derzeit wegen Herzproblemen im Krankenhaus.

Wedel ist seit über 40 Jahren mit der Filmproduzentin und Lehrerin Uschi Wolters liiert. Während dieser Zeit hatte er Beziehungen zu weiteren Frauen, darunter Hannelore Elsner, mit der er einen Sohn hat. Insgesamt hat Wedel sechs Kinder aus verschiedenen Beziehungen.

Gemsch steht mit ihrer Geschichte nicht allein da. Eine weitere Schauspielerin schildert, sie sei 1975 von Wedel in einem Wald vergewaltigt worden. Und die Schauspielerin Ute Christensen berichtet, Wedel habe sie 1981 derart bedrängt, dass sie ihr ungeborenes Kind verloren habe.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Er setzte sich rittlings auf mich, und schlug meinen Kopf...... im Titel steht versuchter Vergewaltigung? Das sieht mir doch eher als eine schwere Körperverletzung aus, über die jeder Polizist ein Protokoll aufgenommen hätte.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Ich glaube der Frau Gemsch jedes Wort - warum soll sie mutwillig so Schweres nur erfinden ? Wer will schon monatelange Gerichtswege und Kosten auf sich nehmen mit der Gefahr, dass alles abgestritten wird mit den Anwälten der Täterschaft die ja mehr Geld besessen hat. Auch ihre Arbeit als Schausp. wäre gefährdet gewesen. Zudem war damals die Kriminaltechnik noch nicht auf heutiger Höhe -von Moral zu den Frauen wie sie heute Sitte ist - war 1980 noch wenig in den Köpfen der damaligen Machos.
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    1. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Sagt ihnen eventuell der Name Kachelmann etwas? Wenn ja wissen sie zwar noch nicht wieso es falsch Beschuldigungen gibt aber doch wenigstens dass sie existieren.
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  • Kommentar von Martin Tanner (mikado5034)
    "Vorfall im Jahr 1980..." - Da muss ich ja gar nicht weiter lesen. Würde mich einfach schampar interessieren, was das soll. Schliesslich dürfte sie damals schon volljährig gewesen sein und ergo selber entscheiden, ob sie Anzeige erstattet. Catherine Deneuve dürfte es kürzlich das ganze Thema auf den Punkt gebracht haben.
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