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Pilz-Apps im Test: Einige sorgen für Lebensgefahr
Aus Kassensturz vom 15.09.2020.
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Vorsicht Lebensgefahr Pilz-Apps im Test: Einige sorgen für Lebensgefahr

Auf Apps zur Pilzbestimmung ist kein Verlass. Gleich mehrere bestimmen im «Kassensturz»-Test Giftpilze als essbar.

«Diese Verwechslung ist lebensgefährlich!». Katharina Schenk, Pilz-Expertin der Vergiftungsberatung Tox-Info, kommentiert den Fehler der Pilz-App mit drastischen Worten. «Kassensturz» hat ihr einen weissen Knollenblätterpilz zur Bestimmung vorgelegt. Dieser Pilz ist tödlich giftig. «Wenn man in der Schweiz an einer Pilzvergiftung stirbt, dann ist es meist ein Knollenblätterpilz gewesen.»

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Expertin Katharina Schenk entdeckt einen gravierenden Fehler: Der Knollenblätterpilz wird als ein essbarer Bovist ausgegeben.
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Das Android-Programm «Pilze App» zeigt bei der Bestimmung an, es handle sich um einen Riesenbovisten, einen essbaren Pilz. Und in der Beschreibung heisst es dazu: Der Riesenbovist zählt zu den wenigen Pilzarten, die kaum verwechselt werden können. «Das ist falsch und darf so nicht passieren ohne weiteren Hinweis. Wer sich darauf verlässt und den Pilz isst, geht eine grosse Gefahr ein», sagt Katharina Schenk.

Testtabelle

Testtabelle

Hier geht es zu den detaillierten Testresultaten.

Fünf von sieben Apps unbrauchbar

Das ist der schwerste in einer Serie von Fehlern, ausgerechnet bei den Giftpilzen. Fünf von sieben Apps im Test sind vor allem deshalb klar ungenügend. Der «Pilz Erkenner Pilzator» etwa erkennt im tödlich giftigen Pantherpilz einen köstlichen Steinpilz. Die App «Pilzerkennung» gibt als wahrscheinlichsten Treffer den ebenfalls essbaren Perlpilz an.

Die Apps warnen zwar beim Aufstarten pauschal vor Verwechslungen mit Giftpilzen. Beim Bestimmen eines giftigen Pilzes wird hingegen nicht erneut gewarnt. Ein Manko. Viele andere Resultate sind zwar nicht gefährlich, aber unbrauchbar. «Pilzator» oder «Picture Mushroom» etwa spucken auch amerikanische Arten aus, die in der Schweiz gar nicht vorkommen.

Die Grundfunktion ist bei allen Apps gleich: Sammlerinnen und Sammler machen ein Foto, laden es in der App hoch und das Programm zeigt mögliche Resultate an. Auffällig ist: Häufig geben die Apps eine Auswahl an möglichen Pilzen an, mit Wahrscheinlichkeiten. Die Ergebnisse sind nur schwer zu interpretieren und helfen kaum weiter.

Scan-Funktion ist unbrauchbar

Besonders verwirrend sind «Scan»-Funktionen, etwa bei «Pilzator» und «Pilze 123». Damit kann der Pilz vor der Kamera hin und her bewegt werden, um ihn zu bestimmen. Doch je nach Blickwinkel verändern sich die angezeigten Pilze dauernd – die Funktion ist in dieser Form unnütz.

Die einzige App mit genügendem Resultat ist «PilzSnap», der klare Testsieger mit Note 4,6. Tester Jürg Rothenbühler vom Pilzverein Zug sagt dazu: «Dieses Programm hat die beste Trefferquote und gute Beschreibungen, die extra für die App geschrieben wurden.» Viele andere Programme greifen da einfach auf Wikipedia zu.

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Experte Jürg Rothenbühler über seinen Testfavoriten PilzSnap
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Die Produzenten der ungenügenden Apps schreiben «Kassensturz», sie ermahnten Nutzende explizit, sich bei der Bestimmung nicht allein auf die Apps zu verlassen. «Pilze 123» ergänzt, man habe ein umfangreiches Pilzlexikon: «Wir wissen, dass die Bilderkennung noch nicht auf einem Niveau ist, das die kriterienbasierte Erkennung und schon gar nicht den Gang zum Pilzkontrolleur obsolet machen kann.» Dieser Tipp gilt für alle Sammlerinnen und Sammler, mit oder ohne App: Immer zur Pilzkontrolle!

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«Kassensturz»-Redaktor Roger Müller über seine Erfahrungen mit den Pilz-Apps
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Kassensturz, 15.09.2020, 21:05 Uhr

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