Vulkanausbruch: Island schlägt Alarm

Auch dem transatlantischen Luftverkehr droht Unheil. Denn auf Island brodelt ein Feuerberg, der für Flugzeuge zum erheblichen Risiko werden könnte. Das Gebiet rund um den unruhigen Heisssporn im Eismeer ist für Überflüge bereits gesperrt.

Video «Alarmstufe Rot: Vulkanausbruch auf Island» abspielen

Alarmstufe Rot: Vulkanausbruch auf Island

1:10 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 23.8.2014

Das Isländische Wetteramt hat die Warnstufe für den Flugverkehr um den Vulkan «Bárdarbunga» von «Rot» auf «Orange» herabgesetzt. Nach einer kleinen Lava-Eruption am Samstag am Vulkan haben die isländischen Behörden die höchste Gefahrenstufe ausgerufen.

«Bárdarbunga» zeige im Moment keine Zeichen von vulkanischer Aktivität, teilte das Meteorologische Institut auf ihrer Webseite mit.

Tagelange Erschütterungen

Bei der Stufe «Rot» dürften Flugzeuge daher in einem grossen Radius rund um den Vulkan nicht fliegen, wie der isländische Rundfunksender RUV berichtete. Die Flughäfen auf Island waren am Samstag aber weiter geöffnet. Bereits seit Tagen waren Erschütterungen in dem Gebiet registriert worden.

2010 hatte ein Ausbruch des isländischen Gletschervulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahmgelegt. Mehr als 100'000 Flüge fielen aus. Auch der Tourismus auf Island kam weitgehend zum Erliegen.

Vulkan am Gletscher

Auf der Spitze des Vulkans «Bárdarbunga» befindet sich der Vatnajökull-Gletscher. Die Region ist wegen dieses Gletschers – des grössten auf Island – bei Touristen sehr beliebt.

Ein Flugzeug der Küstenwache überfliege die Region, um Daten zu sammeln, teilte das Meteorologische Institut auf Island mit. «Es hat bislang keine Aktivität auf der Oberfläche des Gletschers festgestellt», hiess es aus der Forschungsabteilung des Instituts. Es gebe keine Zeichen von Explosionen. Dies könne bedeuten, dass unter Umständen nur sehr geringe Mengen Lava in Berührung mit dem Eis gekommen seien.

Warnhinweis-Schilder an einem Berg

Bildlegende: Wanderwege und Strassen im Gefahrengebiet sind seit Tagen gesperrt. Keystone

Strassen geschlossen, Wandern verboten

Bereits in der Nacht zum Freitag waren an dem Vulkan «Bárdarbunga» Erschütterungen gemessen worden. Innerhalb weniger Stunden waren nach den damaligen Angaben des Meteorologischen Instituts 400 Erdbeben registriert worden. Aus Angst vor einem Vulkanausbruch hatten die Behörden bereits am Dienstag das Gebiet nördlich des Bárdarbunga evakuiert. Sie befürchteten, dass bei einer Eruption Gletschereis schmelzen und Überschwemmungen auslösen könnte. Strassen wurden geschlossen, Wandern wurde verboten.

Auf Island sind gut 30 Vulkane aktiv. Die Insel mit ihren rund 317'000 Bewohnern erlebt im Durchschnitt alle fünf Jahre einen Vulkanausbruch.