Wegweiser durch die Hitzeglocke

Heute soll der bislang heisseste Tag in diesem Sommer werden. Das Thermometer kann lokal bis auf 38 Grad ansteigen. Die Hitze bringt Menschen nicht nur zum Schwitzen, sie kann auch gefährlich werden. Und dies nicht nur wegen Sonnenbrand. Empfehlungen von Experten.

Bootsausflügler auf dem Zürichsee.

Bildlegende: Viel trinken, keine sportlichen Höchstleistungen und aufs Auto verzichten – Tipps fürs Leben in der Hitzeglocke. Keystone

Ja, die Hitze mache den älteren Menschen schon zu schaffen, sagt Lena Tobler von den Alterszentren der Stadt Zürich.

Rat für Kinder und Senioren

Das Betreuungs-Personal habe aber Massnahmen ergriffen: «Man kocht leichter, man stellt überall Trinkstationen auf. Man hat auch einen Spezialdrink mit ein bisschen Salz für den Salzausgleich drin.» Am Morgen werde gut gelüftet, tagsüber blieben Fenster und Läden zu, damit die Hitze nicht in die Räume dringe.

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Hitze-Notdienst für Betagte

4:22 min, aus Schweiz aktuell vom 2.7.2015

Im Berner Inselspital rechnet man mit häufigeren Infektionen bei Kindern. Dies aufgrund ausgetrockneter Schleimhäute. Der Präsident der Schweizer Haus- und Kinderärzte, Marc Müller, rät seinen Patienten, sich nicht zu häufig und nicht zu lange draussen zu bewegen.

Bahn und Bus statt Töff und Auto

Sport solle man nur morgens und abends betreiben. Wer jetzt hustet, verdankt dies unter Umständen den hohen Ozonwerten, die mit der Hitze einhergehen, betont Müller: «Das Ozon ist einer der Stoffe, die diese Reaktion der Lungen, der Bronchien mit Husten durchaus auch verstärken kann.»

Die hohen Ozonwerte beschäftigen auch die Schweizerischen Umweltdirektoren: Sie bitten die Bevölkerung, statt das Auto den Öffentlichen Verkehr zu benutzen. Der Kanton Genf finanziert dafür sogar verbilligte Billette, das Wallis vergünstigt Schnupper-Halbtax-Abonnemente.


Hitze als grosse Gefahr für die Schweiz

3:57 min, aus Echo der Zeit vom 02.07.2015

Königspinguine in der Kühlkammer

Nicht nur den Menschen, auch den Tieren bereiten die hohen Temperaturen teilweise Mühe. Viele befänden sich nun lieber im Schatten, sagt der Kurator des Zürcher Zoos, Robert Zingg.

Den Königspinguinen, die aus kühleren Regionen stammen, würde das nicht genügen. Diese heissen Tage verbringen sie nach Zinggs Worten in ihrem kühlen Feriendomizil: «Die Königspinguine sind sehr gut isoliert. Die sind bei uns in einer gekühlten Kammer. Die haben jetzt so zwischen sechs und acht Grad.»

Verbogene Gleise, gewölbter Strassenbelag

Ins Feriendomizil reisen heute auch viele Schweizerinnen und Schweizer. In 18 Kantonen haben nämlich die Schulferien begonnen. Die Hitze kann auch die Bahn- und Strassen-Infrastruktur angreifen. Diese Woche hat sich im Laufental ein Gleisstrang verbogen.

Und auf der A 1 darf man zwischen St. Margrethen und Rheineck nur 80 fahren. Dort könnte sich der Belag wölben - auch wegen der Hitze.

Wie wird das Wetter?

SRF Meteo hält die aktuellsten Wetterinformationen bereit.

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Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Saharaluft lässt Schweiz schwitzen

    Aus Tagesschau vom 3.7.2015

    Die Schweiz schwitzt - es ist die Kombination aus Saharaluft und Hoch Annelie, die im Moment für in der Schweiz ungewöhnlich hohe Temperaturen und tropische Nächte sorgt. Der Bericht über die Hitze und mögliche Rekorde.

  • Eingeschränkter Bahnverkehr

    Aus Tagesschau vom 3.7.2015

    Fahrleitungen, die Hitze und Defekte an einem Bahnhof sorgen für Unterbrüche im Schienenverkehr. In der ganzen Schweiz kommt es zu Verzögerungen.

  • Was macht die Hitze mit uns?

    Aus 10vor10 vom 1.7.2015

    In diesen Tagen klettern die Temperaturen in rekordverdächtige Höhen. Die Hitze fördert nicht nur die Lust nach Badi oder Glacé, sondern kann unter Umständen lebensgefährlich werden. «10vor10» auf den Spuren der erwünschten und unerwünschten Nebenwirkungen der heissen Tage.

  • Kaltes Fussbad gegen die Hitze im Büro

    Aus Kassensturz Espresso vom 1.7.2015

    Viel trinken das ist der beste Tipp, um beim Arbeiten einen Hitzschlag zu vermeiden. «Espresso»-Hörer haben jedoch noch weitere Tipps, um das Arbeiten bei diesen Temperaturen angenehmer zu machen.

    Wir haben die Tipps ausprobiert: Wer im Büro sitzt und fast verschmachtet, sollte auf alle Fälle mal seine Füsse in einen Kübel voll kaltes Wasser stecken.

    Matthias Schmid

  • Kanton Genf löst Hitze-Alarm aus

    Aus Schweiz aktuell vom 30.6.2015

    Der Genfer Kantonsarzt hat den sogenannten «plan canicule», den kantonalen Hitzeplan aktiviert. Neben verschiedenen Empfehlungen für alle Einwohner werden alte und schwache Menschen durch Sondereinsätze der Sozialdienste besonders geschützt.

  • Arbeiten in der Hitze: Genug Wasser trinken und Pausen einlegen

    Aus Kassensturz Espresso vom 30.6.2015

    Temperaturen über 30 Grad sind eine grosse Belastung für den Körper. Besonders bei der Arbeit im Freien sollten die Signale des Körpers beachtet werden. Wie Arbeitsmedizinerin Irene Kunz im «Espresso»-Interview erklärt, kann der Flüssigkeitsbedarf an einem solchen Tag mehrere Liter betragen.

    Matthias Schmid

  • Immer schön cool bleiben – Ein paar Tipps gegen die Hitze

    Aus Kassensturz Espresso vom 26.7.2013

    Mehrere Wochen Sonnenschein und hohe Temperaturen. Was anfangs noch Freude bereitete, wird für viele langsam zur Qual. «Kassensturz» und «Espresso» haben verschiedene Tipps und Tests aus vergangenen Sendungen zusammengestellt, damit Sie weiterhin einen kühlen Kopf bewahren können.

    Maria Kressbach und Matthias Schmid