Weisser Frühling – alles im grünen Bereich

In einer Woche beginnt aus meteorologischer Sicht der Sommer. Ganz realistisch betrachtet läuft der Winter aber momentan munter Ehrenrunden. Das braucht uns nicht zu ärgern. Er tut das immer wieder.

Selbst am Ende des meteorologischen Frühlings gibt sich der Winter noch lange nicht geschlagen. Gestern Abend schneite es im Jura bis auf 900 Meter herunter. Am Morgen fiel Schnee mit Schauern zum Teil sogar bis auf 700 Meter.

Kein Grund für Toleranz

Schnee im Wonnemonat Mai ist gar nicht so selten. Auch wenn wir in der heutigen Zeit die Eisheiligen meist belächeln, haben Kaltluftvorstösse im Mai grosse Tradition und zwar nicht nur in der Historie. Letztes Jahr: Am 17. Mai Schnee bis auf 600 Meter. Am 3. Mai 2010: Schnee bis nach Chur.

Am 28. Mai 2007: Schnee bis nach Zweilütschinen, Grindelwald war nicht mehr erreichbar. Noch extremer die Jahre 2006 und 2001. Da gab es sogar anfangs Juni Schnee bis deutlich unter 1000 Meter.

Einen Unterschied gibt es allerdings. In keinem der aufgezählten Jahre war der Winter so lang und grau wie 2013. Deshalb ist die Toleranz der Bevölkerung für trübes Wetter sehr gering.

Seit dem 27. Oktober ist gefühlter Winter. An jenem Samstagmorgen fielen im Kanton Basellandschaft die ersten Flocken bis auf 400 Meter herunter. Am Tag darauf lagen in Bern bereits 8 Zentimeter Schnee.

Noch einen Tag später, also am 29. Oktober wurden in Langnau im Emmental gar 30 Zentimeter Schnee gemessen. Von da an gab es immer wieder Schnee bis in tiefe Lagen.

Als der Winter eigentlich schon zu Ende war lagen am 15. März wieder 6 Zentimeter. Auch an Ostern, zwei Wochen später, lag etwas Schnee. Damit nicht genug, am 20. April lagen bereits wieder 5 Zentimeter Schnee.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Der Wonnemonat Mai ist bei uns nicht generell ein Monat mit Kaltluftvorstössen. 2009 wurden am 25. Mai in Sitten 35,1 Grad gemessen, und ein Jahr davor zeigte das Thermometer am 27. Mai in Bern einen Wert von 31 Grad.

Auch wenn es momentan grau und unbeständig ist: Es gibt durchaus Hoffnung, denn 2006 war der Winter noch kälter als dieses Jahr, und der Frühling war ähnlich kühl und trüb wie jetzt. Dann aber änderte sich das Wetter massiv. Nach der ersten Juniwoche setzte eine Hitzewelle in der Schweiz ein, wie sie nur mit dem Hitzesommer 2003 vergleichbar war.

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Schneefallgrenze sinkt auf 700 Meter

1:14 min, aus Tagesschau am Mittag vom 24.5.2013

Gefragte Heizstoffe

Winter ist nicht nur draussen sondern auch drinnen – wenn nicht geheizt wird. Gefragt ist, was Wärme spendet. Die Heizöl-Umsätze liegen im Mai dieses Jahres bis zu einem Zehntel über dem Durschnitt vergangener Jahre. Die Umsätze für Holz-Pellets liegen rund 15 Prozent über den sonst üblichen Zahlen.

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