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Panorama Weltweite Wasserverschwendung nimmt drastisch zu

Es gibt zwar genügend Wasser, um die Bedürfnisse der Weltbevölkerung zu befriedigen. Doch falls Reformen im Umgang mit der Ressource ausbleiben, drohe eine Trinkwasser-Knappheit, so die Vereinten Nationen.

Wassertanks auf Slum-Hütten
Legende: Wassertanks im Rocinha-Slum im brasilianischen Rio de Janeiro. Reuters

Es gebe zwar genügend Wasser, um die Bedürfnisse der Weltbevölkerung zu befriedigen, erklärten die Vereinten Nationen in ihrem am Freitag veröffentlichten Wasserbericht.

Es seien aber «einschneidende Änderungen bei der Nutzung, Verwaltung und Aufteilung» der Ressource nötig. Sollten Reformen ausbleiben, drohe eine Trinkwasser-Knappheit, die vor allem Länder mit heissem und trockenem Klima hart treffen werde.

Bis zum Jahr 2030 könne die Lücke zwischen dem Bedarf und der natürlichen Neubildung von Grundwasser auf 40 Prozent anwachsen, schrieben die Experten der UNO-Wetterorganisation WMO.

Landwirtschaft für 70 Prozent des Verbrauchs verantwortlich

Der Anstieg der Weltbevölkerung von derzeit 7,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich 9,1 Milliarden im Jahr 2050 sei eines der drängendsten Probleme, heisst es in dem Bericht. Der weltweite Bedarf an Wasser werde dadurch um 55 Prozent ansteigen, unter anderem durch die landwirtschaftliche Produktion. Diese ist bereits heute für 70 Prozent des Wasserverbrauchs verantwortlich. Hinzu kommen der Klimawandel und die Verstädterung.

In ihrem Jahresbericht listen die UNO-Experten zahlreiche Missstände auf, etwa die Wasserverschmutzung durch Pestizide, industrielle Produktion oder die Einleitung ungeklärter Abwässer. Zudem kritisieren sie die übermässige Ausbeutung der Wasservorräte für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen.
Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung entnimmt ihr Trinkwasser dem Bericht zufolge dem Grundwasser. Etwa 20 Prozent dieser kostbaren Vorräte seien durch eine übermässige Nutzung bedroht.

Mädchen trägt Wasser in Slum
Legende: Ein Mädchen in einem Slum in Islamabad, Pakistan, kommt vom Wasserholen. Keystone

748 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser

In Teilen Chinas, Indiens und der USA sowie Regionen im Nahen Osten seien die Grundwasservorräte auf nicht nachhaltige Weise angezapft worden, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken, bemängelte der Hauptautor des UNO-Berichts, Richard Connor. Angesichts der schwindenden Grundwasserressourcen sei dies ein «kurzsichtiges Vorgehen».

2,5 Milliarden Menschen ohne Kanalisation

Laut dem UNO-Bericht haben 748 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 2,5 Milliarden Menschen leben demnach ohne Kanalisation. Die UNO-Experten riefen die Politik auf, härter gegen die Verschwendung und Verschmutzung von Wasser vorzugehen sowie Anreize für innovative Lösungen zu geben.

«Die derzeitigen Wasserkosten sind im Allgemeinen viel zu niedrig, um eine Verschwendung durch reiche Haushalte oder die Industrie zu verhindern», heisst es in dem Bericht. Ein verantwortungsvoller Umgang könne aber auch erreicht werden, indem das Problembewusstsein geschärft werde.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    A.Blaser"Der Mensch muss sein Leben u.den Drang nach Nachkommen grundlegend ändern,alles andere ist sinnfreie Kosmetik" Sehr schön formuliert,danke!Bezogen auf die CH mit mieser Ökobilanz,enorm hoher Zuwanderung,einem Geburtenüberschuss von ca.20'000/J u.einem Wachstum Illegaler von 10-20'000/J,bes.durch abgetauchte Asylbewerber,hiesse das,endlich die Zuwanderung zu stoppen,Kinderzulagen nur noch für Kind 1+2,geschlossene Flüchtlingsaufnahmezentren.Und nicht zuletzt Erziehung zur Nachhaltigkeit.
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  • Kommentar von claude bernstein, chur
    Weniger Menschen wäre mehr Leben. Wachstum ist endlich.
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  • Kommentar von K. Brunner, Eschenbach
    Max Frisch in Homo Faber 1957 Die natürliche Überproduktion (wenn wir drauflos gebären wie die Tiere) wird zur Katastrophe;nicht Erhaltung der Art, sondern Vernichtung der Art.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      K. Brunner, Tiere gebären nicht drauflos!! Ohne Eingriffe der Menschen üben sie sogar vorbildliche Geburtenkontrolle. Sie passen sich Raum und Nahrungsangebot an. Besonders gut zu beobachten bei Wildschweinen. Das Verhalten der Rotte unter Anführung der Leitbache bewirkt, dass junge Eber und Säue sich nicht zerstreuen, vermehren und so auch viel weniger Schaden anrichten.
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