Wenn ein Rahmenmacher einen Picasso verkaufen will

Ein italienischer Bilderrahmen-Macher hat jahrelang ein Gemälde von Picasso besessen, ohne sich dieser Tatsache bewusst zu sein. Der Handwerker hatte das Bild von einem Kunden erhalten, für den er gratis einen Bilderrahmen repariert hatte.

Ein Carabinieri steht neben einem Bild.

Bildlegende: Der beschlagnahmte Picasso bleibt vorerst in Italien. Reuters

Ein Picasso-Gemälde im Wert von 15 Millionen Euro gibt der italienischen Polizei Rätsel auf: Ermittler beschlagnahmten das Bild aus dem Jahr 1912, nachdem ein Rentner es weit unter Wert versteigern wollte.

Der Rentner gab an, er habe das Bild 1978 geschenkt bekommen und jahrzehntelang nicht geahnt, dass es sich um ein Werk des berühmten Malers handelte.

Polizei sucht nun den rechtmässigen Besitzer

Das Auktionshaus Sotheby's hatte im Auftrag des Rentners eine Exportgenehmigung beantragt und das Gemälde auf 1,4 Millionen Euro geschätzt – dieser Preis kam den Ermittlern so verdächtig niedrig vor, dass sie das Bild beschlagnahmten.

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Aus dem Archiv: Picassos Elektriker vor Gericht

3:56 min, aus 10vor10 vom 9.2.2015

Der Rentner, ein ehemaliger Rahmenmacher, gab laut Polizei an, er habe das Gemälde 1978 als Dank für eine kostenlose Bilderrahmen-Reparatur von einem alten Mann geschenkt bekommen. Er habe es 36 Jahre lang ohne besondere Vorkehrungen aufbewahrt, bis ihm im vergangenen Jahr klar geworden sei, dass es sich um ein Werk von Picasso handeln könnte. Die Polizei versucht nun, den rechtmässigen Besitzer zu ermitteln.

Transitort Schweiz

Das Gemälde stellt eine Geige und eine Flasche Bass-Bier dar. Es stammt nach Polizeiangaben aus dem Jahr 1912 und damit aus der kubistischen Periode des spanischen Malers Pablo Picasso. Dieser hat das britische Bass-Bier auf mehr als 40 Bildern verewigt.

Die auf den Diebstahl von Kunstwerken und Kulturgut spezialisierte Polizeieinheit gab zudem weitere Beschlagnahmen bekannt. Darunter war eine antike römische Statue aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert mit einem geschätzten Wert von acht Millionen Euro.

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4:21 min, aus 10vor10 vom 17.3.2015

Mailänder Kunsthändler in Verdacht

Die Marmorskulptur war bei illegalen Grabungen in der Stadt Tarquinia nördlich von Rom ausgegraben worden. Laut Polizei fanden Beamte die Statue bei der Durchsuchung eines verdächtigen Transporters. Eine Bande wollte die Statue in die Schweiz bringen, um dort einen Käufer zu finden.

Ausserdem wurde ein weiteres Ölgemälde beschlagnahmt. Das Bild des italienischen Landschaftsmalers Luca Carlevarius war als gestohlen gemeldet und kürzlich bei einer Durchsuchung bei einem Mailänder Kunsthändler gefunden worden. Dieser wird verdächtigt, Werke über die Schweiz an Sammler in den USA zu verkaufen.