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Wegen seines Horns Wilderer töten Nashorn in französischem Zoo

Der Nashornbulle wurde mit drei Kugeln erschossen. Dann entfernten die Täter eines der beiden Hörner mit einer Kettensäge.

Nashornbulle Vince (Mitte, Archivbild) wurde am Morgen von Unbekannten getötet.
Legende: Nashornbulle Vince (Mitte, Archivbild) wurde am Morgen von Unbekannten getötet. Keystone
  • Im Zoo von Thoiry westlich von Paris haben Unbekannte ein Weisses Nashorn getötet und ihm eines der zwei Hörner abgesägt.
  • Tierpfleger hätten das tote Tier am Morgen in seinem Gehege gefunden, teilten die Polizei und die Leitung des Zoos mit. Dem Bullen wurde dreimal in den Kopf geschossen.
  • Die Täter hätten einen Zaun und mehrere Türen aufgebrochen. Das mitgenommene Horn habe auf dem Schwarzmarkt einen Wert von etwa 32'000 Franken.

«Das gesamte Personal ist extrem schockiert», teilte der Zoo mit, der von Wilderei sprach. Die Täter hätten vermutlich eine Kettensäge genutzt. Das zweite Horn sei nur angeschnitten worden, was vermuten lasse, dass sie gestört wurden. Zwei weitere Nashörner blieben verschont.

«Nashorn-Horn ist in Asien mehr wert als Gold. Wilderer machen vor nichts Halt und haben nun erstmals sogar ein Tier in einem europäischen Zoo getötet», erklärte Daniela Freyer von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife.

Verheerender Irrglaube

Der Handel mit Horn von Nashörnern ist auf internationaler Ebene seit rund vier Jahrzehnten verboten. Auf dem Schwarzmarkt zahlen Kunden Berichten zufolge rund 64'000 Franken pro Kilogramm. Vor allem in China und Vietnam ist das Horn gefragt: Ihm werden dort aphrodisierende und heilende Kräfte zugeschrieben. Dabei besteht das Horn aus Keratin, dem gleichen Material wie menschliche Fingernägel. In Südafrika hatten Wilderer im vergangenen Jahr nach Regierungsangaben mehr als 1000 Nashörner getötet.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Ein paar gierige Spekulanten (die ganz grossen) bei den Eiern packen und öffentlich ausstellen. Das wäre zwar brutal, hätte aber in der Szene eine Signalwirkung. Es liegt auch in der Verantwortung der Länder, in denen so unsinnige Aberglauben zum Leid von unzähligen, auch vielen anderen Tierarten führt. Doch schlussendlich ist meist die Aussicht auf Profit stärker als jede Vernunft.
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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Unfassbar. Ist es in Zoos üblich, keine Nachtwächter zu haben? Es könnte ja auch sonst was passieren. Aber DAS ist wirklich der Gipfel!
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  • Kommentar von Walter Rohrer (Felice Rohrer)
    Die Mittel und die Gier des 21 Jahrhunderts kombiniert mit urzeitlichem Unwissen und weitgehend fehlender Bereitschaft, gescheiter zu werden multipliziert mit millionenfach zunehmender Kaufkraft bringt die Erde und damit uns alle an den Abgrund. Der Wille, Elefanten und Nashörner auszurotten, ist tragisch genug - aber darüberhinaus leider ein Symbol - pars pro toto - für die menschliche Unfähigkeit, in vernünftiger Einsicht die Zukunft zu gestalten.
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    1. Antwort von Kurt Schneeberger (gnôthi seautón)
      Ihr Kommentar, Herr Rohrer, hat mich sehr beindruckt! Herzlichen Dank. Die ganze Menschheit müsste ihn lesen. Es ist tatsächlich eine Tragödie was im Moment an weltweiter Zerstörung für den Mammon abgeht. Ich glaube nicht, dass wir es schaffen werden, umzukehren. Leider!
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    2. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Wirklich beindruckend..DANKE!!!
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