Neuinszenierung Wilhelm Tell als zotteliger Antiheld

Schauspieler Bruno Cathomas gibt den Freiheitskämpfer frei von jeder Idealisierung. Eine Herausforderung für den Schweizer.

Video «Wilhelm Tell Neuinszenierung Ausschnitt» abspielen

Die Verwandlung von Bruno Cathomas in Wilhelm Tell

1:03 min, vom 30.3.2017

Der Volksheld ganz unheldenhaft mit zotteligen Haaren, in unvorteilhafter Kleidung und mit 114 Kilos auf den Rippen – so interpretiert das Theater Basel Wilhelm Tell. Gespielt wird dieser Antiheld vom Schweizer Bruno Cathomas (51). «Jeder Held ist idealisiert», sagt Cathomas. Die Herausforderung sei gewesen, diesem Bild zu widersprechen.

Geändert wurde auch die Kulisse: Das gesamte Stück spielt in einem riesigen Kreuz. Apfelschuss, Gessler und der Kampf um Freiheit jedoch wurden aus Friedrich Schillers Drama aus dem Jahr 1804 übernommen.Die Tell-Inszenierung ist eine Koproduktion vom Theater Basel und dem Schauspiel Köln. Das Stück wird noch bis Juni aufgeführt.

Den Klassiker neu zu interpretieren scheint in Mode zu sein. Auch die traditionsreiche Tell-Aufführung in Altdorf kam letztes Jahr modern daher:

Video «Tell-Aufführung in Altdorf 2016» abspielen

Tell-Aufführung in Altdorf 2016

0:24 min, vom 31.3.2017

Wie finden Sie es, dass Wilhelm Tell immer öfter in neuem Look daherkommt?

  • Schrecklich, ein so traditionsreiches Stück soll auch traditionell aufgeführt werden.

    37%
  • Super, die Modernisierung tut dem Drama gut.

    45%
  • Ist mir egal, ich schau mir das Stück sowieso nicht an.

    18%
  • 111 Stimmen wurden abgegeben