Wirbelsturm zerzaust Japan

Die Behörden warnen, der Verkehr bricht zusammen: Der Taifun «Halong» ist am Sonntag, begleitet von Sturm und sintflutartigem Regen, über die südwestjapanische Insel Shikoku hinweggezogen. Mindestens zwei Personen starben, rund 70 wurden verletzt.

Riesige Wellengischt an einer Strasse

Bildlegende: Mit voller Wucht wird der Taifun in den nächsten Stunden über Teile Japans hinwegziehen. Keystone

Der Taifun «Halong» ist im Südwesten des Landes auf Japan geprallt. Mehr als 1,6 Millionen Menschen sind aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Der Sturm verursachte schwere Schäden.

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Halong tobt sich über Teilen Japans aus.

0:31 min, vom 10.8.2014

Die Meteorologiebehörde des Landes warnte vor Erdrutschen, meterhohen Wellen und anschwellenden Flüssen. In betroffenen Gebieten kam es zu Erdrutschen und der Zugverkehr wurde unterbrochen.

Für die Präfektur Mie im Südwesten Japans gab die Behörde eine Warnung vor Regenfluten heraus. Für Teile der südlichen Pazifikküste wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen. Im Südwesten des Landes wurde ein Zeltlager evakuiert, die Kinder wurden in eine Halle in Sicherheit gebracht.

Hunderte Flüge gestrichen

Rund 500 Flüge wurden am Samstag gestrichen. Mitten in der japanischen Ferienreisezeit strandeten deshalb mindestens 20'000 Passagiere an Flughäfen. Mehrere Airlines sagten laut NHK auch für Sonntag fast 200 Flüge ab.

Der Taifun, durch den bisher 26 Menschen verletzt worden sind, bewegt sich mit 20 Kilometern pro Stunde auch auf Tokio zu. «Halong» bringt starke Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern pro Stunde mit, wie die Meteorologiebehörde mitteilte. Am Sonntagabend sollten in Shikoku rund 700 Millimeter Niederschläge fallen.

Der elfte Wirbelsturm der Saison

Satellitenbild des Taifun Halong

Bildlegende: Höchste Alarmstufe gilt für einige Regionen. Es drohe Lebensgefahr, warnen die Behörden Joint Typhoon Warning Center

Es ist Japans elfter Taifun in der Wirbelsturmsaison. Erst im Juli hatte der mächtige Taifun «Neoguri» den Inselstaat getroffen. Einige Menschen waren in den Tod gerissen worden. Heftige Regenfälle hatten im Südwesten des Landes zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. In Tausenden Haushalten auf den beiden Hauptinseln Kyushu und Shikoku fiel der Strom aus. In der Provinz Yamagata standen Reisfelder, Strassen und Häuser unter Wasser.

Hunderttausende Menschen waren auch damals aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Hunderte Flüge wurden gestrichen. Auch Bus- und Zugverbindungen waren unterbrochen.

Erdbeben im Norden

Ein Erdbeben der Stärke 6,1 hat am Sonntag den Norden Japans erschüttert. Nach Angaben der Meteorologiebehörde lag das Zentrum des Bebens vom frühen Nachmittag (Ortszeit) vor der Ostküste der Provinz Aomori in 50 Kilometern Tiefe. Berichte über Schäden liegen bisher nicht vor, es wurde auch keine Tsunami-Warnung herausgegeben.