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Panorama Wolf in Schlieren (ZH) von Zug überfahren

In Schlieren (ZH) ist am Mittwoch ein junger Wolf von einem Zug erfasst und überfahren worden. Das Tier kam bei der Kollision ums Leben. Es ist das erste Mal, dass ein Wolf im Kanton Zürich bestätigt wurde.

Legende: Video Zug überfährt Wolf im Kanton Zürich abspielen. Laufzeit 1:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.06.2014.

Ganz unerwartet ist das Auftauchen des Wolfes in Zürich nicht. Dennoch: Es ist das erste Mal, dass seine Präsenz im Kanton nachgewiesen werden kann. Ein trauriger Umstand begleitet die Neuigkeit. Der junge Wolf wurde am Mittwoch von einem Zug überfahren und getötet.

Beim Wolf handelt es sich laut dem Leiter der Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich, Urs J. Philipp, um einen kräftigen jungen Rüden aus dem letzten Jahr. Er vermutet, dass das Tier über die Albiskette in den Kanton Zürich einwanderte. Im SRF-Regionaljournal vermutet Ralf Manz, Wolf-Überwacher des Bundes, dass der Wolf aus Italien kam. Genetische Analysen sollen nun die Herkunft des Tieres klären. Dies werde ein paar Wochen dauern, heisst es in einer Mitteilung des Zürcher Regierungsrats.

Frau meldete ein «sonderbares Tier»

Dass im Kanton Zürich ein Wolf aufgetaucht ist, erstaunt Philipp nicht. Er habe den ersten zwar erst etwa im kommenden Herbst erwartet, sagte er. Am Dienstagvormittag sei dann aber die Meldung gekommen, eine Frau in Birmensdorf, nicht weit von Schlieren, habe «ein sonderbares Tier» beobachtet. Aufgrund der Beschreibung konnte man einen Wolf vermuten.

Aus anderen Ländern – etwa Italien oder Rumänien – wisse man, dass sich Wölfe durchaus in städtischen Gebieten einrichten können. Dennoch: «Ich hätte ihn zuerst im Oberland erwartet», sagte Philipp. Gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) ist es das erste Mal, dass sich ein Wolf in der Schweiz so weit in städtisches Gebiet vorwagte.

Der Wolf kann überall auftauchen.
Autor: Reinhard SchnidrigLeiter der Sektion Wildtiere beim Bafu

Da der Wolf im Kanton Zürich schon erwartet wurde, ist bereits ein Handlungsleitfaden erarbeitet worden, sagte Philipp. Dieser sei zurzeit in der Vernehmlassung bei diversen interessierten Organisationen – etwa beim Naturschutz oder beim Bauernverband. Mit Sicherheit müsse jetzt «nicht die absolute Hektik ausbrechen» – Jungwölfe marschierten nun einmal «in der Gegend umher».

«Junge Wölfe gehen weit auf Wanderschaft», sagte auch Reinhard Schnidrig, der Leiter der Sektion Wildtiere beim Bafu. «Der Wolf kann überall auftauchen.»

15 bis 20 Wölfe leben in der Schweiz

Ob der junge Wolf allein unterwegs war, ist nicht klar. Es sei nicht auszuschliessen, dass er mit einem anderen Jungtier unterwegs gewesen sei, so Philipp weiter. Diese wandern in einem gewissen Alter aus ihrem Rudel ab. Dabei können sie laut Philipp durchaus bis zu 60 Kilometer in einer Nacht zurücklegen.

Dass sich nun im Kanton ein Rudel bildet, nimmt Philipp nicht an: So etwas brauche viele Jahre, in denen zuerst immer wieder Einzeltiere einwanderten.

Die ersten Wölfe wanderten 1995 aus Italien ein. Gemäss der Schweizer Raubtierforschungsstelle Kora leben derzeit 15 bis 20 Wölfe in der Schweiz. 2012 und 2013 brachte ein Wolfspaar im Kanton Graubünden Junge zur Welt. Im November 2013 wurde auf St. Galler Kantonsgebiet erstmals ein Rudel beobachtet.

Hier wurde der Wolf vom Zug erfasst

Keine Gefahr

Wölfe stellen für die Bevölkerung keine Gefahr dar. Natürlich gilt es aber, Abstand von solchen Wildtieren zu halten. Wölfe dürfen keinesfalls gefüttert werden.

67 Kommentare

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  • Kommentar von B. Weidmann, Schlieren
    Der Wolf wurde quasi vor meiner Haustür überfahren. Ich wäre der glücklichste Mensch wenn ich ihn hätte sehen können und befürworte sein Erscheinen hier. Er gehörte schon immer hier her und wir werden uns wie alle Wolfsländer einrichten können. Nicht füttern, Schafherden besser schützen, Schäfer fair entschädigen und echte Problemwölfe schiessen und dann klappt das auch.
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    1. Antwort von Peter Wittwer, Thun
      @B. Weidmann, Schliern: Wünsche Ihnen, dass Eure Gedanken Wirklichkeit werden. Die Realität wird eine ganz andere sein. Haben Sie schon gehört wie Städter Füchse füttern? Unsere Nutztiere sind absolut nicht zu schützen, viel zu gross sind die Weiden. Nutztierhalter mit unseren Steuern bezahlen? Finden Sie das richtig? Problemwölfe finden ist eine unmögliche Vorstellung! Sie wandern an einem Tag bis 60 Km.
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    2. Antwort von B. Weidmann, Schlieren
      Ihre eigne Realität mit den tausenden Toten und den Blutbadprophezeiungen ist mir von ihren Beiträgen hier bekannt :). Falls sie sich tatsächlich für das Thema interessieren, googeln sie doch mal nach "Wolfsangriffe", gibt da ein neueres interessantes und neutrales Buch das auf Fakten basiert und nicht auf Schauermärchen. 100% Herdenschutz gibt es nicht, da muss ich ihnen recht geben, bedeutet das Raubtiere ausrotten? Und Hunden die auf der Welt jährlich hunderte Menschen töten? Abschaffen?
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  • Kommentar von Peter Wittwer, Thun
    Raubtier-Kosten im Jahr 2012: Tiere: Fr. 13‘300.-, Bienenhäuser: Fr. 11‘000.-, Gebäude: Fr. 10‘000.-, Abfallbehälter: Fr. 54‘000.-, Einzäunen: Fr. 154‘000.-, Vorzeitiger Alpabzug: Fr. 16‘700.-, Personalkosten: Fr. 165‘000.-, Total Fr. 424‘000.- Ein Verhältnis das jeden Kommentar überflüssig macht, ausser dass den „Raubtierbefürwortern“ ab sofort die Rechnung serviert wird.
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    1. Antwort von P. Rovok, Ateur
      Super Argumentation... Ich könnte Milliardenbeträge nennen die noch viel Sinnloser verbuttert werden, aber eben...bei so Leuten wie ihnen läufts eh einfach darauf aus, dass man alle grösseren Raubtiere auf dem Planeten ausrottet, oder zumindest weit weg hat, aber dort gibts ja auch wieder vereinzelt solche Leute, ergo ausrotten. Bravo. Es erfreuen sich halt nicht alle an der Vielfalt der Natur und das der Mensch oft den einfachsten und zerstörerischsten Weg wählt ist auch bekannt...leider.
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    2. Antwort von Peter Wittwer, Thun
      @P. Rovok, Ateur: Warum verhalten Sie sich mit ihrem Namen anonym? Nennen Sie bitte ihre Milliardenbeträge dort wo sie angebracht sind. Ich schreibe von Millionen die wir für ein sinnloses Vorgehen ausgeben werden und das steht im Zusammenhang mit Raubtieren in der Schweiz. Ich bin Tierliebhaber, aber für jedes Tier den geeigneten Platz. Sie werden bald sehen, dass die Raubtiere in der Schweiz kommentarlos verschwinden. Wollen Sie wirklich Zustände wie in Östereich? In Drittländern, ausbilden...
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    3. Antwort von B. Weidmann, Schlieren
      @P.Wittwer Geeigneter Platz? Wo Mensch und Vieh ist gibts Konflikte, der Mensch ist überall. Für Kriegsmittel werden x Milliarden verschwendet obschon für die realistischen Szenarien auch ein Bruchteil reichen würde, alleine davon könnte man locker die 424'000 ihrer Rechnung abzwacken für Risikominderung und Erhaltung der einheimischen Artenvielfalt, aber das finden sie ja sinnlos. Wenn alle so denken werden die grossen Raubtiere in der Tat bald verschwinden, aber nicht nur in der Schweiz.
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  • Kommentar von müller hans, wolfhausen
    1wolf wird im wallis überfahren! 1 wolf wird im kanton zürich vom zug überfahren!! aufgrund der "hohen zahl" an wölfen in der schweiz kann ich gut verstehen, dass solche unfälle mit den scheuen tieren passieren! sagt mal..für wie blöd hält man die bevölkerung???
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    1. Antwort von P. Rovok, Ateur
      Rehe sind auch sehr scheu und doch ist das Letzte was viele sehen der Kühlergrill. Wenn gerade kein Wilderer sein unwesen treibt und den paar wenigen Wölfen auflauert, was man in Schlieren wohl ausschliessen kann, halte ich die Geschichte nicht für gefaket. Den Kadaver hat man ja und wenn ein Wolf erschossen wurde, wurde das bisher auch komuniziert wie schon mal in diesem Jahr. Staatlicher Abschuss und anschliessende Verheimlichung klingt ja auch nicht so glaubwürdig, falls sie an so was denken.
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