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Breite Kritik an neuem Song Xavier Naidoo muss sich rechtfertigen

Eine brisante Textpassage eines Songs der «Söhne Mannheims» sorgt in Deutschland für Wirbel. Sänger Xavier Naidoo versucht nun zu beschwichtigen.

Xavier Naidoo
Legende: Xavier Naidoo: «Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik nicht mehr mitgenommen werden.» Keystone

Musiker Xavier Naidoo (45) hält den umstrittenen Song «Marionetten» seiner Band Söhne Mannheims für missverständlich. Es handle sich «um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen», so der Musiker am Dienstagmorgen auf Facebook. Diese Beschreibung sei «bewusst überzeichnet». «Das mag missverständlich gewesen sein», räumte Naidoo ein.

Politiker als Hochverräter bezeichnet

Im umstrittenen Lied «Marionetten» heisst es über Politiker unter anderem: «Teile eures Volks nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter.» Dies hatte zu massiver Kritik geführt.

Die Mannheimer SPD forderte eine Erklärung. «Es ist uns absolut unverständlich wie die ‹Söhne Mannheims› mit ihrer Bandgeschichte, ihrer Zusammensetzung und ihrem Status als Multikulturband solche Texte verfassen und veröffentlichen können», erklärte der Kreisvorsitzende Wolfgang Katzmarek am Wochenende. Der Radiosender «Bremen Vier» sagte zudem die Kooperation bei einem Konzert der Gruppe am 13. Mai ab.

8 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    In Deutschland gab es eine Zeit, in der schon einmal regimekritische Künstler diffamiert worden sind... Seit wann ist es die Aufgabe der Künstler den Staat zu unterstützen? Ein Sänger, der die Unabhängigkeit von Parlamenten in Frage stellt, entfernt sich demnach von allgemeinen Werten. Was, so möchte man fragen, sind das denn für Werte? Ausser Konformismus und Regierungstreue fällt einem spontan nur wenig ein. Deutschland sei "ein besetztes Land" äusserte der Sänger dazu bereits 2015 im "Stern".
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Niemand will ihm verbieten solche Dinge zu sagen, und er wird auch nicht bedroht deswegen. Ihre Anspielung auf das Naziregime ist deshalb völlig daneben und verharmlost die Verbrechen jenes Regime. Hingegen ist es richtig, dass diskutiert wird was diese Zeilen sollen. Ich gehe davon aus, dass er das so formuliert hat um Aufmerksamkeit durch die entstehende Kontroverse zu erheischen.
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @Müller. Ich habe weder geschrieben, "Verbieten" noch "bedrohen". Der erste Schritt ist diffamieren. Naidoo ist einer der erfolgreichsten Sänger Deutschlands. Allerdings hat er einen Makel: Seine politischen Äusserungen (seit Jahren) missfallen einer Medienlandschaft, die sich Pluralismus auf die Fahnen schreibt, aber politische Meinungsvielfalt nur dann gutheisst, solange sie sich in jenem engen Korridor bewegt, in dem die vorherrschende Sicht auf die Dinge als unantastbar gilt.
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    3. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ mitulla: "der erste Schritt ist diffamieren". Viele Künstler sind Kritik ausgesetzt, wie alle in der Oeffentlichkeit stehenden Menschen. Ich habe nicht geschrieben Sie würden von "verbieten" schreiben, sondern ich kritisiere dass Sie die Kritik an Naidoos Aussagen in die Nähe des Naziregimes stellen. Auch für Kritiker gilt die Meinungsfreiheit, nicht nur für Menschen mit Ihren Ansichten.
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  • Kommentar von Thomas F. Koch (dopp.ex)
    Es ist ja nicht nur diese kurze Passage bedenklich. Der ganze Text des Liedes ist politisch äusserst Brisant und hat Stellen bis hin zu Drohungen. Kommt hinzu, dass Naidoo aus diversen Aussagen der letzten Jahre für seine Nähe zu Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern bekannt ist. Das Lied ist die Fortsetzung dieser Aussagen, erreicht aber viel mehr Menschen, als dies bisher der Fall war. Man darf Naidoos Intention zu diesem Text durchaus hinterfragen.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Es ist eben nicht gelogen was die Söhne da gesungen haben - «Teile eures Volks nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter.» Dies kann ich bezeugen weil ich es an vielen Orten der Meinungsfreiheit das auch gelesen und gehört habe . Der Hund jault immer dann auf -wenn man ihm auf den Schwanz getreten ist . Das ist eben gelebte Demokratie und nicht die Zensur - die so manche abgehobene Herren befürworten und weiter ausbauen wollen.
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