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Panorama Zucht oder Schlachthof: Australien hat ein Wildpferd-Problem

Dem australischen Wildpferd geht es an den Kragen. Im Hochgebirge sollen tausende der Tiere eingefangen oder gekeult werden. Sie werden für Umweltschäden verantwortlich gemacht.

Vier «Brumbies» in der wilden Natur Australiens.
Legende: Status von nationalen Ikonen, doch soll ihr Bestand reduziert werden: Australien geht gegen die Wildpferde vor. imago

Pferde als Schädlinge – ein schwer vorstellbarer Gedanke. Doch in den australischen Alpen sind sie genau das. Mindestens 6000 Wildpferde leben dort. Die Nationalparkbehörde des Bundesstaates New South Wales zeigte im Fernsehen, wie sie das Problem bewältigen will: Eine Gruppe von Pferden steht in einem stählernen Gehege – eine Falle.

Die Brumbies, wie die wilden Pferde genannt werden, waren mit Melasse und Salz angelockt worden. Die Tiere werden auf einen Lastwagen getrieben. Sie sind nervös, ja in Panik. Doch diese Pferde haben Glück: Sie sollen gezähmt und als Reittiere verkauft werden. Für landesweit etwa 70‘000 wilde Pferde pro Jahr ist der nächste Stopp der Schlachthof, wo sie zu Hundefutter verarbeitet werden.

Katastrophe für die Umwelt

Wissenschaftler nennen sie Neobiota: Nicht einheimische Tiere. Brumbies sind verwilderte Nachkommen jener Tiere, die vor 200 Jahren von Siedlern nach Australien gebracht worden waren, als Reit- und Packpferde.

Im Ersten Weltkrieg waren Brumbies mit den australischen Soldaten in Europa an der Front. Seither haben sie den Status von nationalen Ikonen. Trotzdem soll ihr Bestand in den australischen Alpen auf ein Zehntel reduziert werden. Denn die Tiere sind eine Katastrophe für die Umwelt. Die harten Hufe verfestigen den Boden und wühlen Sumpfgebiete auf. Weitflächige Erosion ist die Folge. Dung verschmutzt die Wasserwege. Das Überleben einheimischer Tiere und Pflanzen ist gefährdet.

Lizenzierte Jäger versus Tierschützer

Der Bestand erhöhe sich pro Jahr um etwa 20 Prozent, erklärt Steve Horsley von der Nationalparkbehörde dem Sender ABC. Als humanste Methode der Kontrolle gilt die Keulung durch lizenzierte Jäger mittels Kopfschuss Das ist ein schwieriges und teures Unterfangen in einem kaum befahrbaren Gebiet. Eine Kontrolle aus der Luft ist ausgeschlossen. Die Gefahr von Fehlschüssen ist zu gross, wie frühere Versuche zeigten.

Doch für Tierschützer ist jede Tötung unakzeptabel. Sie wollen alle Brumbies einfangen: Einmal an den Menschen gewöhnt, seien sie gute Reitpferde. Ihre Organisation habe noch nie ein Tier gehabt, das sich nicht an die neue Umgebung gewöhnt habe, sagte Colleen O’Brian von der Tierschutzorganisation «Save the Brumbies». Ob sich allerdings für Tausende von wilden Pferden ein Zuhause finden lässt, ist eher zweifelhaft.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Einfangen und in alle Welt verkaufen - ich nehme sofort eines in Pflege - alleine in Europa und Russland haben mehr als 100 000 Pferde locker Platz und Futter . Auch hier wie beim Menschen ein reines Verteilproblem -das einfach nicht angegangen wird weil es kein Geschäft ist . Lieber alles verrotten lassen ! Es lebe die Tötungs -und Wegwerfindustrie - mich schaudert vor der Kaltblütigkeit in dieser sogen. "Globalisierten Welt" .
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Einer der seltenen Momente, in denen ich Ihrer Meinung bin, auch wenn ich keine Pferde mag, hinter dem Haus oder auf dem Teller :-)
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Gegen das von der austr.Regierung organisierte Helikoptermassaker an den Brumbies hat damals alle Welt protestiert, darum wurde diese Art Dezimierung verboten. Darauf erwarb FFW die Bonrook Station in Nordaustralien. Das eingezäunte Franz Weber Territory mit 50‘000 ha trop.Buschlandschaft, ist wohl das einzige Refugium für Wildpferde Australiens und zugleich ein Schutzgebiet für unzählige seltene einheimische Tierarten. Nach anfänglichen Sterilisationsaktionen scheint sich ihre Zahl zu halten.
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  • Kommentar von Fritz Kartoffel (Mosses01)
    What a pervers/profit oriented society, they gona kill those horses and on the other hand chinese and other mining companies dig in that continent for raw materials without any restriction or survey.
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