1000 Aargauer Wirbelwasserkraftwerke für Indien

Im Aargauischen Schöftland steht ein schweizweit einmaliges Wirbelwasserkraftwerk, betrieben von einer Genossenschaft. 2011 wurde sie vom Bundesamt für Energie mit dem «Watt d’or» ausgezeichnet. Jetzt konnten die Betreiber auch Schweizerisch-Indische Investoren von der Anlage überzeugen.

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Inder wollen Aargauer Wasserkraftwerk

5:06 min, aus Schweiz aktuell vom 21.7.2014

In den nächsten 5 bis 10 Jahren sollen 1000 solche Kleinkraftwerke in Indien gebaut werden. Dafür wurde ein Indisch-Schweizerisches Joint-Venture gegründet. Die Wirbelwasserkraftwerke sollen komplett in Indien gebaut werden, in Lizenz.

Um sich das nötige Wissen dafür anzueignen, reisten Ende Juni drei Ingenieure aus Indien in den Aargau nach Schöftland. Vor Ort wurden Sie von den Betreibern der Anlage ausgebildet. Deepak Jaiswal, Ingenieur und Geschäftsmann sagt gegenüber Schweiz aktuell: «Es ist eine grossartige Sache. Mit dieser Anlage kann man mit relativ wenig Gefälle Strom produzieren. Das geht mit keinem anderen Wasserkraftwerk. So können wir auch kleine Flüsse zur Stromproduktion nützen.»

Wasserwirbelkraftwerk

Bildlegende: In Indien sollen 1000 solcher Wasserwirbelkraftwerke gebaut werden. Zotloeterer (CC BY-SA 3.0)

Strom für 30 Haushalte

Wirbelwasserkraftwerke funktionieren nach einem einfachen Prinzip. Das Wasser wird durch einen kleinen Abfluss in einem ca. 6.5 Meter breiten Becken geleitet. Dadurch entsteht ein Wasserwirbel, wie wenn man bei einer vollen Badewanne den Stöpsel raus zieht. Mitten im Wirbel wird ein Rotor platziert, der die Energie des Wasserwirbels aufnimmt und über einen Generator Strom produziert.

Das Pilotkraftwerk in Schöftland produziert Energie für 20 bis 30 Haushalte pro Jahr, je nach Wasserstand. Der Vorteil dieser Kleinkraftwerke ist, dass keine Staumauern gebaut werden müssen, die Anlagen werden direkt in den Fluss gebaut.In der Schweiz hat sich die Technologie noch nicht durchgesetzt. Das vor fünf Jahren in Schöftland erstellte Wirbelwasserkraftwerk ist nach wie vor das einzige in der Schweiz.

Kraftwerke scheitern an Restwassermenge

Grund dafür sind Probleme mit der Restwassermenge und die Fischverträglichkeit. Daniel Styger, Präsident der Genossenschaft, die das Kraftwerk betreibt sagt: «Wir haben den Aufwand unterschätzt, den es in der Schweiz braucht um ein solches Projekt zu realisieren. Schon bald sollen jedoch auch in der Schweiz weitere Kraftwerke gebaut werden. Und auch die Fischdurchlässigkeit werden wir erreichen.»

In Indien sollen die die Anlagen abseits der grossen Städte gebaut werden, so Deepak Jaiswal:«Wir haben viele abgelegene Ortschaften ohne Anschluss ans Stromnetz. Dort sind die Leute auf Dieselgeneratoren zur Stromproduktion angewiesen oder haben gar keinen Strom. An diesen abgelegenen Orten gibt es aber viele Gewässer. Diese wollen wir nutzen um Wirbelwasserkraftwerke zu bauen. So können wir die Bevölkerung mit Strom versorgen und ihren Lebensstandard verbessern.»

Richard Vögeli, selber Ingenieur und Investor für das Projekt in Indien sieht grosses Potential: «Wir gehen von einem Potential von15‘000 Megawatt für Kleinkraftwerke aus. Das entspricht einer Million solcher Wirbelwasserkraftwerke.»

Made in India

Die Kraftwerke sollen mit Schweizer Hilfe komplett in Indien produziert werden. Denn in der Schweiz kostet ein Wirbelwasserkraftwerk rund 200‘000 Schweizer Franken. Wird das Kraftwerk in Indien gebaut, kostet es nur geschätzte 75‘000 Franken. Insgesamt gehen die Geschäftsleute von einem Auftragsvolumen von mehreren Millionen Franken aus. Noch dieses Jahr sollen die beiden ersten Wirbelwasserkraftwerke in Indien gebaut werden. Im Moment sind acht Stadtorte in der engeren Auswahl für die beiden Pionieranlagen.

(Schweiz Aktuell 19:00 Uhr)

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