35. Solothurner Literaturtage sind eröffnet

Von Freitag bis Sonntag ist Solothurn zum 35. Mal die Schweizer Literaturhauptstadt. Die Solothurner Literaturtage haben mit Bettina Spoerri eine neue Leiterin. Ihre Handschrift ist deutlich sichtbar.

Mit einem literarischen Dialog über erste Sätze sind am Freitagmorgen die 35. Solothurner Literaturtage eröffnet worden. Das Motto der ersten Literaturtage unter der Ägide von Bettina Spoerri lautet «Anfänge. Débuts. Inizi. Entschattas». Bis zum Sonntag werden über 12'000 Besucher erwartet.

Frau liest Buch.

Bildlegende: Das Buch im Zentrum – im Zentrum des Buches: 35. Solothurner Literaturtage. Keystone

Spielerisch wird das Thema Anfänge ebenfalls aufgenommen. Jeden Tag findet ein Spiel statt, in welchem Autorinnen und Autoren einen Anfangssatz bekommen und diesen weiterspinnen bis zu einem ausgewachsenen literarischen Werk. Das Zuschauerpublikum kann sich dabei jederzeit einschalten und bei diesem Spiel mitwirken.

Die diesjährige Ausgabe der Solothurner Literaturtage wartet mit zahlreichen Neuerungen auf. So gibt es beispielsweise einen Think Tank, der am Sonntag eine «Solothurner Verlautbarung» veröffentlichen wird.

Neu sind auch ein Poesiesalon und literarische Spaziergänge. Ausserdem erhalten Erstlingsautoren erstmals ein eigenes Programmgefäss.

Aber auch die Arrivierten fehlen nicht. In der Schweizer Werkschau gibt es beispielsweise Begegnungen unter anderem mit Eveline Hasler, Hansjörg Schertenleib und Matthias Zschokke.

Dazu kommen Hommagen für Urs Widmer zum 75. Geburtstag, Jörg Steiner zum Gedenken, Mani Matter anlässlich einer neuen Biografie und Niklaus Meienberg zur Feier seiner Aktualität. Viel Zulauf dürfte die Verleihung des Solothurner Literaturpreises an Franz Hohler haben, die den Veranstaltungsreigen am Sonntag abschliesst.

Felix Schneider, Literaturredaktor bei Radio SRF 2 Kultur, beobachtet und besucht die Solothurner Literaturtage seit fast 20 Jahren. «Die Handschrift der neuen Leiterin spürt man sehr deutlich», sagt der Bücherexperte.

Besonders freut er sich bei der diesjährigen Auflage auf eine Kategorie von Büchern, die in letzter Zeit einen Höhenflug erlebt. Es sind die «grafic novels», comicartige Umsetzungen von anspruchsvoller Literatur.