Aarau: Der «Oxer» ist tot, die «Alte Reithalle» lebt

Das Projekt «Oxer» ist beerdigt. Die alte Reithalle soll praktisch so bleiben, wie sie ist. Das hat der Aarauer Stadtrat entschieden. Die Sommerbespielung hat gezeigt, dass die Halle allein durch ihre riesigen Dimensionen neue Möglichkeiten eröffnet. Darauf aufbauend soll nun ein Projekt entstehen.

Alles begann vor vielen Jahren mit der Idee für eine mittlere Bühne im Aargau. Nach langem Hin und Her erhielt Aarau den Zuschlag für dieses neu zu bauende Haus. Es hätte dem Aargau neue Perspektiven eröffnen sollen für experimentelles Theater und Tanz.

Aus den konzeptionellen und technischen Überlegungen ging schliesslich das Projekt «Oxer» hervor. Geplant und schon ziemlich detailliert projektiert war der Einbau eines neues Theaters in die alte Reithalle bei der Kaserne in Aarau.

Sommerbespielung bringt Impulse

Doch weil das Projekt teuer war und die Stadt Aarau finanziell in die Klemme geriet, verzögerte sich der «Oxer» immer mehr, wurde redimensioniert und abgespeckt.

Damit die Alte Reithalle in der Zeit der Unsicherheit nicht einfach leer stand, entwickelten Kulturschaffende unter der Leitung von Peter-Jakob Kelting (Tuchlaube) die Idee, die Reithalle zu bespielen.

Möglich war das nur in den Sommermonaten. Die Sommerbespielung zeigte den Akteuren auf, dass Einbauten die Charakteristik der Halle zerstört hätten. Sie hat Dimensionen, die kein anderes Theaterhaus in der Schweiz und kaum ein anderes in der Schweiz bieten kann.

Im Sommer 2015 wurde in der Reithalle zum Beispiel ein Festival für modernen Zirkus veranstaltet. Und solche Darbietungen brauchen Platz, eine kleine Guckkastenbühne reicht dafür nicht aus.

«  Wir müssen dafür sorgen, dass die Halle ihren Charakter behält, der sie so einzigartig und faszinierend macht. »

Peter-Jakob Kelting
Leiter Theater Tuchlaube und alte Reithalle

Als auch noch Argovia Philharmonic (ehem. Aarg. Symphonie-Orchester) Interesse an der alten Reithalle als Spielort bekundete, war das ursprüngliche «Oxer»-Projekt eigentlich schon gestorben.

Der Theaterexperte Marco Läuchli erhielt vom Stadtrat den Auftrag, ein Betriebskonzept und eine Machbarkeitsstudie für ein Theater-, Tanz- und Musikhaus in der alten Reithalle zu entwickeln.

Stadtrat will Vorprojekt

Diese Studien liegen nun vor. «Beide Gutachten sind positiv ausgefallen», teilt der Stadtrat mit. Er hat deshalb beschlossen, auf dieser Grundlage ein Vorprojekt auszuarbeiten. Insbesondere muss geklärt werden, wie hoch die Investitions- und Betriebskosten sind. Der Stadtrat will auch wissen, die der Betrieb organisiert werden könnte.

Und weil das Projekt «Oxer» nun auch offiziell beerdigt ist, gibt es einen Namenswechsel. Das neue Haus für Theater, Tanz und Musik soll schlicht und einfach «Alte Reithalle» heissen.

Weiteres Vorgehen

Weiteres Vorgehen

Koordinator für das Projekt «Alte Reithalle» ist Hanspeter Thür. Er war schon Mitglied in der Steuerungsgruppe «Oxer». Bis Ende 2016 muss Thür aufzeigen, wie es mit der «Alten Reithalle» nun weitergeht. Finanziert werden diese Vorarbeiten über einen Projektierungskredit, der schon 2012 bewilligt wurde.

Die Kosten

Die ersten Berechnungen gingen davon aus, dass der Bau des «Oxer» 20 Millionen Franken kosten würde. Dieser Betrag wurden dann auf 16 Millionen reduziert. Nach den neusten Berechnungen soll es mit 12 Millionen möglich sein, die Reithalle für einen Ganzjahresbetrieb umzubauen. Bei den jährlichen Betriebskosten hört man die Zahl von 1,5 Millionen.