Aarau sagt Tauben den Kampf an

Eine Untersuchung des Taubenbestandes in der Stadt Aarau hat gezeigt, dass es wieder zu viele Tauben gibt. Der Stadtrat spricht von einer «massiven Taubenplage» und hat nun neue Massnahmen beschlossen. Diese reichen von Informationskampagnen bis zur Entfernung kranker oder überzähliger Tiere.

In letzter Zeit habe die Stadt wieder häufiger Meldungen von Bewohnerinnen und Bewohnern erhalten, die sich über die Tauben beschweren. Vor allem in der Altstadt würden sich die Probleme häufen, teilt der Stadtrat am Donnerstag mit.

Zwar versuchen Private und Ladenbesitzer schon länger, sich mit verschiedensten Taubenabwehrsystemen gegen die Vögel zu wehren, dies habe allerdings kaum Erfolg. Deswegen hätten sich die Betroffenen an die Stadt gewandt und eine Reduktion der Taubenpopulation gefordert, heisst es in der Mitteilung der Stadt weiter.

Die Stadt hat zur Begleitung der Massnahmen den renommierten Taubenexperten Giuseppe Graziano engagiert. Er betreut schon seit vier Jahren die Taubenschläge in Olten und könne die Stadt nun bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen.

Mehrteilige Strategie: Nicht füttern ...

Nach den Beschwerden hat die Aarauer Umweltfachstelle in Zusammenarbeit mit dem Werkhof und dem Taubenexperten die Situation genauer geprüft. Dabei habe sich gezeigt, dass die Taubenplage massiv sei und dass möglichst schnell Vorkehrungen getroffen werden müssten.

Der Stadtrat hat nun mehrere Massnahmen beschlossen, um der Taubenplage Herr zu werden. Erstens sollen Plakate die Bevölkerung darüber informieren, dass die Tauben nicht gefüttert werden sollen. Es ist nachgewiesen, dass ein grösseres Nahrungsangebot die Population direkt vergrössert. Die Bevölkerung müsse für diese Zusammenhänge sensibilisiert werden.

Tauben sitzen auf Mauer

Bildlegende: Die Taubenpopulation ist auch in Aarau wieder ein Problem. Die Stadt trifft nun Massnahmen. Keystone

Das gezielte Füttern der Tauben, wie es nach wie vor vorkomme, schade den Tauben sogar, da eine schnell wachsende Population für die Tiere grossen Stress bedeute. Ausserdem würden sie anfälliger für Krankheiten und Parasiten und gleichzeitig leiden Gebäude unter dem aggressiven Kot der Tauben, der Fassaden beschädigt und Regenrinnen verstopft.

... mehr Kontrolle und gezielte Tötungen

Eine Reduktion des Nahrungsangebotes ist jedoch nur ein Teil der Abwehrmassnahmen. Ein anderer Teil ist die Bestandskontrolle. Sind viele Tiere krank, was bei Überpopulation kaum vermeidbar ist, dann seien gezielte Tötungen notwendig, schreibt die Stadt.

Eine effiziente Methode dazu sei der Betrieb von Taubenschlägen. Dort könne man die Tiere gut kontrollieren und, falls nötig, gezielt kranke Tauben entfernen und töten. Ausserdem könne man im Sinne einer Geburtenkontrolle die Taubeneier durch Gips- oder Kunststoffeier ersetzen. Zusätzlich zum bereits bestehenden Taubenschlag im Kasinopark baut die Stadt nun noch einen zweiten Schlag in der Altstadt.

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Die bösen Tiere

58 min, aus NETZ NATUR vom 8.4.2008