Aargau einer der beliebtesten Wohnkantone – dank Erreichbarkeit

Der Kanton Aargau ist im Standortwettbewerb unter den Schweizer Kantonen attraktiv, weil er gut erreichbar ist. Dadurch wird der Aargau zu einem der beliebtesten Wohn- und Standortkantone. Das zeigt die Regionalstudie 2013 der Neuen Aargauer Bank NAB.

Modell CS

Bildlegende: Das Modell der Credit Suisse zeigt die beliebten Regionen (in blau). Der Aargau ist ganz vorne mit dabei. zvg

Der Aargau ist gut erreichbar und deshalb bei Firmen und Privatpersonen beliebt. Das zeigt die Regionalstudie der Neuen Aargauer Bank NAB. Für den Kanton Aargau sei deshalb wichtig, dass er langfristig und gezielt in Verkehrsnetze investiere, sagte NAB-CEO Peter Bühlmann vor den Medien. Wenn der Aargau die Vorteile der Erreichbarkeit nutze, könne er seinen Spitzenplatz verteidigen.

Spreitenbach aus der Ferne

Bildlegende: Im Aargau wohnen ist beliebt, auch Firmen schätzen die Nähe zu den Zentren. Im Bild: Spreitenbach. Keystone

Dank der Nähe zu den Zentren Basel, Bern und Zürich sei der Aargau beliebt. Je höher die Erreichbarkeit, desto grösser sind aus Unternehmenssicht das Marktpotenzial und der relevante Arbeitsmarkt. Für Privatpersonen ist eine gute Erreichbarkeit des Arbeitsortes bei der Wohnortwahl entscheidend.

Attraktiv aber immer teurer?

Was attraktiv ist, habe aber auch seinen Preis, warnt die Studie. Erhöhe sich die Erreichbarkeit eines Standorts, schlage sich dies meist in einem Anstieg der lokalen Immobilienpreise nieder.

Effiziente Verkehrsanbindungen sind für Unternehmen wie auch für Privatpersonen bei der Standortwahl entscheidend. Der Aargau hat die dritthöchste verkehrstechnische Erreichbarkeit der Schweiz, was sich sehr positiv auf die Standortattraktivität auswirkt.

Derzeit pendeln täglich 100'000 Personen aus dem Aargau und 50'000 in den Aargau. Innerhalb des Kantons pendeln 200'000 Personen, wie Thomas Rühl, Co-Autor der Studie sagte. Grösstes Arbeitsmarktzentrum im Aargau und damit Anziehungspunkt der grössten Pendlerströme sei die Region Baden.

Die Erreichbarkeit werde im Aargau mittelfristig weiter steigen, was sich positiv in der Standortqualität niederschlagen werde, wird in der Studie prognostiziert. Gleichzeitig würden aber auch die Bedürfnisse zunehmen, was zu einer Aus- und Überlastung von Strasse und Schiene führen könnte.

Wo die Grenzen bei der Belastung von Strasse, Schiene und Wohnraum nach oben liegen, will die Studie nicht festlegen. Gemäss Co-Autor Rühl sind die Limiten je nach technischer Lösung der Verkehrs- und Wohnprobleme flexibel. Fakt ist: In den letzten zehn Jahren hat sich
das Verkehrsaufkommen im Aargau um bis zu einem Drittel erhöht. Als Konsequenz macht sich eine Überlastung der Infrastruktur bemerkbar. Die Staustunden haben sich seit 2008 mehr als verdoppelt. Am stärksten vom Stau betroffen sind Pendler mit Arbeitsort Zürich und Baden.

Platz fünf im CS-Kantonsranking

Die NAB-Regionalstudie ist eine lokale Weiterentwicklung des CS-Kantonsrankings. Im neusten, Ende September vorgestellten Ranking belegt der Kanton Aargau Platz fünf hinter Zug, Zürich, Basel-Stadt und Schwyz.Weil zur Errechnung der Standortattraktivität neue Faktoren dazukamen, verlor der Aargau gegenüber dem Vorjahr zwei Plätze. Die sechs Aargauer Regionen befinden sich alle im vorderen Drittel dieser Hitparade.

Beispiel Müllerbräu in Baden

Felix Meier, Geschäftsführer der Müllerbräu AG, im SRF-Studio Aarau zu Besuch

Felix Meier, Geschäftsführer der Müllerbräu AG, im SRF-Studio Aarau zu Besuch SRF

Die Müllerbräu AG Baden profitiert vom Standortvorteil des Kantons Aargau. Aber es gibt auch Nachteile. Die LKWs des Bierproduzenten stehen auf ihren Fahrten zur Brauerei im Stadtzentrum häufig im Stau. Die Brauerei Müllerbräu hat eine Lösung. Ein Shuttle-Transporter soll das Bier zu verkehrsarmen Zeiten in ein neues Logistikzentrum transportieren.

Die Details der NAB-Studie gibts hier