Aargau hat ein Nitrat-Problem: Bauern wehren sich

Eigentlich wollte der Kanton Aargau den Nitratgehalt im Trinkwasser bis 2015 auf unter 25 Milligramm pro Liter senken. Dieses Ziel, wird jedoch deutlich verfehlt. Rund ein Viertel der Aargauer Trinkwasserfassungen weisen einen höheren Wert auf. Sind die Bauern und ihr Dünger schult?

Ein Güllenanhänger von hinten photographiert verspritzt Gülle

Bildlegende: Wenn Bauern güllen, dann gelangt ein kleiner Teil davon aus ins Grundwasser Keystone

«  Wir müssen wohl schauen, dass wir in Trinkwasser-Bereichen auf Wiesland setzen, statt auf Ackerbau. »

Alda Breitenmoser
Amt für Verbraucherschutz Aargau

2015 soll das Aargauer Trinkwasser einen tieferen Nitratgehalt haben. Dies war das Ziel der Gewässerschutzstrategie, die die Aargauer Regierung im Jahr 2005 verabschiedet habe. Seither hat sich der Nitratgehalt im Trinkwasser jedoch nur geringfügig verändert. Das Ziel wurde deutlich verfehlt.

Konflikt mit der Landwirtschaft

Der hohe Nitratgehalt ensteht durch die intensive Landbewirtschaftung der Bauern. «Eine Lösung wäre, dass man dort wo man Trinkwasser nutzt, vor allem Wiesland und keine Ackerflächen hat», erklärt Alda Breitenmoser vom Amt für Verbraucherschutz. Dazu braucht es Verhandlungen mit der Landwirtschaft.

Aus Sicht des Aargauischen Bauernverbands ist der Wert von 25 mg Nitrat pro Liter zu tief angesetzt. «Es handelt sich hier um ein Umweltziel - mit einem höheren Nitratgehalt ist die Gesundheit nicht gefährdet», erklärt Ralf Bucher vom Bauernverband. In der EU beträgt der Toleranzwert 50 mg pro Liter. Der Bauernverband ist jedoch vor allem an Orten, wo der Nitratgehalt höher als 40 mg pro Liter ist, bereit mit dem Kanton einen tieferen Gehalt zu erreichen.

«  Das Aargauer Ziel ist ein Umweltziel. Das hat nichts mit Gesundheitsüberlegungen zu tun. Die EU-Werte sind viel höher. »

Ralf Bucher
Sekretär Bauernverband Aargau

Nitrat ist für Kleinkinder problematisch

Rund ein Viertel der Trinkwasserfassungen weist einen höheren Wert als die gewünschten 25 mg pro Liter aus. Problematisch sind aber vor allem die Fassungen, die den lebensmittelrechtlichen Toleranzwert von 40 mg pro Liter überschreiten. In diesen Gebieten dürfen beispielsweise keine Schoppen für Babies aus Trinkwasser zubereitet werden. Für Erwachsene besteht keine Gefahr.