Aargau: Keine umfassende Kontrolle bei Homeschooling

Das Aargauer Kantonsparlament hat kein Gehör für die Forderung nach einer besseren Kontrolle des privaten Schulunterrichts. Das Postulat von Marianne Binder (CVP) wurde nach einstündiger Diskussion mit 72 zu 45 Stimmen abgelehnt.

Kinder vor PC, mit Vater

Bildlegende: Unterricht zu Hause (im Bild im Kanton Zürich) ist auch im Aargau ein Thema. Rund 100 Familien wählen das Modell. Keystone

Das Qualitätsmanagement bei öffentlichen und privaten Schulen sei ungleich höher, als dasjenige beim Homeschooling, begründete Binder ihren Vorstoss. Nur im Kanton Appenzell-Innerrhoden werde die Kontrolle des Homeschoolings derart locker gehandhabt wie im Aargau.

100 Schülerinnen gehen zu Hause zur Schule

Im Kanton Aargau werden derzeit rund 100 Schülerinnen und Schüler privat unterrichtet. Das entspricht einem Promille der Gesamtschülerzahl der Volksschule. Bildungsdirektor Hürzeler sah keinen Anlass für umfassende Kontrollen von Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichten.

Erfahrungen hätten gezeigt, dass solche Kinder gut unterrichtet würden und ein hohes Bildungsniveau aufwiesen.

Schulleiterpensen auch debattiert

Überwiesen wurde vom Kantonsparlament mit 75 zu 42 Stimmen ein nachträglich abgeschwächtes Postulat aus Kreisen von CVP, GLP, Grünen und BDP. Es will Überprüfung der Schulleitungspensen. Bildungsdirektor Hürzeler warnte davor, dass eine Arbeitsplatzanalyse zu einer kantonal gültigen Lösung führen werde.

Nicht mehr Lohn für Sek-Lehrer

  • Die Löhne der Aargauer Sek-1-Lehrpersonen werden nicht erhöht (keine Anpassung an Gymi-Lehrer).
  • Grosse Ratr lehnt ein Postulat (von GLP) für höhere Löhne mit 85 zu 37 Stimmen klar ab
  • Bildungsdirektor Alex Hürzeler warnte vor den finanzpolitischen Auswirkungen dieses Vorstosses (75 Millionen Franken Kosten, ein Drittel müssten Gemeinden zahlen)