Aargau sucht nach Leichenbeschauern

Immer weniger Ärzte wollen Amtsarzt werden. Das stellt der Aargauer Kantonsarzt fest. Der Grund: Die Hausärzte sind bereits genug ausgelastet, sie wollen kein zusätzliches Nebenamt.

Es ist nicht gerade DER Traumberuf: Amtsarzt. Dieser muss zum Beispiel die Leiche untersuchen, wenn jemand Selbstmord gemacht hat. Der Amtsarzt muss auch entscheiden, ob jemand gegen den eigenen Willen in die Psychiatrie eingeliefert wird.

Absperrband der Polizei

Bildlegende: Amtsärzte untersuchen noch am Tatort die Leichen. Keystone

Wie der Aargauer Kantonsarzt, Martin Roth, Radio SRF sagt, sei die Arbeit für die Ärzte jedoch durchaus interessant. Es erweitere das Spektrum etwa in der Rechtsmedizin und der Psychiatrie. Viele seien deshalb jahrzehntelang Amtsarzt.

Der Grund dafür, warum viele Ärzte nicht Amtsarzt sein wollen, sei ein anderer. Die Anforderungen etwa an die Hausärzte würden kontinuierlich steigen. Die Praxen seien immer mehr ausgelastet. Der Anreiz, ein Nebenamt als Amtsarzt zu übernehmen, sei deshalb nicht besonders gross. Besonders belastend sei auch der Pikettdienst rund um die Uhr.

Neues Institut entlastet die Amtsärzte

Im Aargau gibt es 25 Amtsärzte. Eine Stelle in Baden ist seit über drei Jahren nicht mehr besetzt. Die Politik hat das Problem erkannt. Vor zwei Jahren hat das Aargauer Kantonsparlament die Löhne der Amtsärzte deutlich angehoben.

Gestern hat das Kantonsparlament zudem einem Aargauer Rechtsmedizinischen-Institut zugestimmt. Dieses entlastet die Amtsärzte. Die Spezialisten können anstelle von Amtsärzten ausrücken.