Aargauer Banken wollen nur «saubere» Kunden aus Deutschland

Deutsche Ermittler haben Razzien gegen mutmassliche Steuerhinterzieher durchgeführt. Auch Kunden der Neuen Aargauer Bank NAB seien betroffen, melden verschiedene Medien. Die CS-Tochter betont aber, dass auch bei der Regionalbank strenge Vorschriften gelten. Gerade für deutsche Kunden.

Schon wieder sorgen deutsche Bankkunden für Schlagzeilen: Die Behörden im Bundesland Rheinland-Pfalz haben über 200 Razzien durchgeführt. Bei Kunden von Schweizer Banken. Betroffen seien auch Kunden der Neuen Aargauer Bank (NAB), hiess es in verschiedenen Medien.

Die NAB äussert sich nicht konkret zu diesen Vorfällen. Ein Sprecher der Muttergesellschaft Credit Suisse (CS) aber betont, dass für die NAB dieselben Richtlinien gelten wie für das Mutterhaus. Und die Richtlinien der CS sind streng geworden: Deutsche Kunden werden wiederholt aufgefordert, ihre Vermögenswerte in der Schweiz gegenüber den deutschen Behörden offen zu legen.

NAB will keine deutschen Schwarzgelder

Wer nicht belegen kann, dass er sein Vermögen den deutschen Steuerbehörden angegeben hat, der muss sein Konto auflösen, und zwar bis Ende Jahr. Roberto Belci, Mitglied der Geschäftsleitung der NAB, bestätigt die Strategie.

«Bis 2014 werden wir nur versteuerte Gelder bei uns akzeptieren und angenommen haben», so Belci's Zukunftsprognosen. Diese Weissgeldstrategie hat die Bank vor Längerem verabschiedet und setzt diese nun auch um.

Hauptsitz der NAB in Aarau.

Bildlegende: Die Neue Aargauer Bank will keine verdächtigen Kunden aus Deutschland: Bis Mitte Jahr werden die Konten geschlossen. Keystone

Dies gilt auch für deutsche Kunden der Neuen Aargauer Bank. Damit löst sich auch ein weiterer Verdacht in Luft auf: Die CS schiebt die unliebsamen Kunden aus Deutschland nicht an ihre regionale Tochtergesellschaft NAB ab. Ab 2014 wolle man nur noch deklariert weisses Geld bei der NAB, deshalb auch der sanfte Druck auf ausländische Bankkunden, nachzuweisen ob sie ihre Gelder versteuert haben.

Die Sendung «Echo der Zeit» von Radio SRF hatte am Dienstag berichtet, dass viele deutsche Kunden der strenger gewordenen Schweizer Grossbanken ihre Schwarzgelder nun bei kleineren Banken parkieren. Solche Gelder nehme die NAB aber keine an, versichert Roberto Belci, Geschäftsleitungsmitglieder der NAB, auf Anfrage von Radio SRF. Eben, weil für die NAB dieselben Regeln gelten wie für die CS.

Auch die Kantonalbank hat deutsche Bankkunden

Auch die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat deutsche Bankkunden. Vor allem Grenzgänger, bestätigt die Bank auf Anfrage. Die deutschen Kunden machen aber einen kleinen Teil des Geschäftes aus, sagt Mediensprecherin Ursula Diebold.

Die Behauptung, dass kleinere Banken gerne Schwarzgeld aus Deutschland akzeptieren, weise man mit «aller Entschiedenheit» zurück, so Diebold weiter. «Wir prüfen jeden ausländischen Kunden genau und akzeptieren nur steuerkonforme Gelder», so Diebold weiter. Bisher tauchten keine Daten von AKB-Kunden auf Daten-CDs in Deutschland auf. Man mache sich hier auch keine Sorgen, erklärte Ursula Diebold.

Deutsche Kunden sind nicht ungewöhnlich

Dass eine Regionalbank auch deutsche Kunden betreut, das sei nicht aussergewöhnlich, heisst es bei NAB (CS) und AKB. Zum Teil seien es aktuelle oder ehemalige Grenzgänger, die Konten in der Schweiz betreiben, so die CS. Deutsche Kundschaft gebe es schon lange, aktuell stehe sie aber unter Generalverdacht.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Schweizer Banken machen sanft Druck auf ihre deutschen KundInnen.

    Sanfter Druck auf ausländische Steuerbetrüger

    Aus Echo der Zeit vom 16.4.2013

    Die beiden Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS sowie die Privatbank Julius Bär haben begonnen, ihre deutschen Kunden mit sanftem Druck dazu zu bewegen, ihr Schwarzgeld offenzulegen. Man gewinnt den Eindruck: Hier wird aufgeräumt. Doch das stimmt nur bedingt.

    Eveline Kobler