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Aargauer Fischerei Streit zwischen Kanton und Fischern

Legende: Video Die Natur soll's richten abspielen. Laufzeit 4:42 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 04.04.2018.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Früher setzten Aargauer Fischer Hunderttausende Fische aus. Der Kanton beteiligte sich finanziell daran.
  • Nun hat der Kanton seine Strategie geändert und setzt darauf, die Lebensräume der Fische aufzuwerten.
  • Die Fischer fürchten um die jahrelange Tradition.
Fischer
Legende: Die Aargauer Fischer sind aktuell nicht gut auf den Kanton zu sprechen. Keystone

Fische sollen sich in den Aargauer Gewässern vermehren. Jahrelang wurden dazu jedes Jahr hunderttausende Fische ausgesetzt. Der Kanton beteiligte sich an den Kosten. Das Problem: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Aussetzen der Fische nur wenig bringt.

Bei einigen Pächtern ist dies sauer aufgestossen
Autor: Kurt BraunPräsident Aargauischer Fischereiverband

Nun hat der Kanton die staatlichen Fischereireviere neu verpachtet. Dabei hat er den Pächtern mitgeteilt, dass sie weniger Fische aussetzen dürfen als früher. «Bei einigen Pächtern ist dies sauer aufgestossen», berichtet Kurt Braun, der Präsident des Aargauischen Fischereiverbands. «Der Kanton befiehlt und die Fischer durften nicht mitreden!»

Kanton weist Vorwurf zurück

Thomas Stucki, Leiter Sektion Jagd und Fischerei, bestätigt den Strategiewechsel: «Der Fischeinsatz wurde deutlich reduziert. Neu setzen wir darauf, den Lebensraum der Fische aufzuwerten. Zum Beispiel, in dem man die Fluss- und Bachbette aufwertet, dass die Fische wieder besser laichen können.» Stucki weist jedoch den Vorwurf zurück, dass sich die Fischer bei diesem Entscheid nicht einbringen konnten.

Wenn wir merken, dass eine Massnahme keinen Erfolg bringt, müssen wir sie stoppen
Autor: Thomas StuckiLeiter Sektion Jagd und Fischerei

Beim Kanton ist man sich bewusst, dass es für die Fischer schwierig ist, diese Tradition von heute auf morgen zu beenden. An einigen Orten dürfen Fischer deshalb noch heute Fische aussetzen. Stucki gibt jedoch zu bedenken: «Wir müssen Massnahmen machen, die Erfolg bringen. Wenn wir merken, dass eine Massnahme keinen Erfolg bringt, müssen wir sie stoppen.»

Das heisst: In den nächsten Jahren wird geprüft, ob das Aussetzen der Fische wirklich keine Wirkung zeigt. Ist dies der Fall, müssen die Fischer in Zukunft im Aargau vielleicht schon bald komplett darauf verzichten.

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