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Aargauer Fussball Aarau und Wohlen: Gemeinsam getrennte Wege

Der FC Aarau und der FC Wohlen starten mit unterschiedlichen Perspektiven in die Meisterschaftsrückrunde der Challenge League. Ende Saison trennen sich die Wege der beiden Aargauer Clubs.

Die Ausgangslage: Sie könnte unterschiedlicher nicht sein, die Ausgangslage für die beiden Aargauer Fussballclubs vor der Rückrunde. Der FC Aarau setzt langfristig auf erfolgreichen Profifussball, während der FC Wohlen per Ende Saison den freiwilligen Weg in die Amateurliga wählt. Profi-Fussball lässt sich laut Vereinsleitung im Freiamt nicht mehr finanzieren.

Gemeinsam ist den beiden Aargauer Challenge-League-Clubs nur die Zielsetzung: Beide wollen in den kommenden 19 Partien sportlich gut abzuschneiden.

Die Perspektive des FC Wohlen: Für Captain Alain Schultz gilt das Hier und Jetzt. Das nahe Ende des Profibetriebes sei nach einer ersten Schockwelle in den Hintergrund gerückt. «Nun fokussiere ich mich so gut wie möglich auf die kommenden Spiele», sagt der langjährige Wohler Spieler in einem Anflug von Fatalismus.

Obwohl bereits 35 Jahre alt, möchte Schultz seiner Kariere gerne ein Jahr als Profi anhängen. Offen ist allerdings noch wo. Eventuell beim FC Aarau? «Nein», meint Aaraus Sportchef Sandro Burki auf die entsprechende Frage. Aarau hätte lieber Davide Callà vom FC Basel zurückgeholt. Dieser hat sich aber definitiv für den FC Winterthur entschieden.

Seinem Kollegen Alain Schultz wünscht Burki für die Zukunft alles Gute: «Alain wird seinen Weg finden, Spieler und Menschen wie er sind für jeden Verein eine Bereicherung». Schultz selber lässt offen, ob und in welcher Funktion er dem FC Wohlen bei dessen Aufbruch in eine ungewisse Zukunft zur Seite will.

Er hofft, dass die erste Mannschaft mindestens in der Promotion League spielen könne, also nur eine Liga unter der Challenge League, «sonst sehe ich schwarz für den Verein».

Die Perspektive des FC Aarau: In der laufenden Meisterschaft ist der FC Aarau mit 18 Punkten im Irgendwo der Tabelle klassiert (Platz 7). Die Gefahr eines Abstiegs ist durch den freiwilligen Rückzug des FC Wohlen nun gebannt und das Rennen um Platz eins ist so gut wie gelaufen, zu gross ist der Rückstand auf Leader Xamax.

Voraussetzungen, bei denen die Motivationsfrage ebenfalls gestellt werden darf: «Wir müssen bei unseren Einsätzen immer auch an das Stadionprojekt denken», kontert Sandro Burki und betont, dass dieses Projekt wegweisend für den FC Aarau sei. Ohne neues Stadion wäre Profi-Fussball auch in Aarau nicht mehr möglich.

Mit positiven Resultaten Goodwill schaffen, so lautet also die Devise. Und bei der Zusammenstellung des Kaders über den Tellerrand hinausschauen. Sportchef Burki: «Wir denken mittel- bis langfristig und setzen dabei stark auf den eigenen Nachwuchs». Gemeint sind aktuell Jan Burkard, Noah Lüscher-Boakye und Matija Randjelovic, die das Trainingslager in Spanien mitbestreiten durften.

Auf Goodwill-Tour in eigener Sache, das gilt auch für den Trainer: Nachdem Marinko Jurendic zum Ende einer enttäuschend verlaufenen Vorrunde heftig in die Kritik geraten ist, will der FC Aarau an ihm festhalten. Vorläufig. Burki: «Wenn die Resultate ausbleiben, steht ein Trainer automatisch zur Diskussion».

Die Vorbereitung auf die Rückrunde stimme allerdings positiv, so der Sportchef. Dass Jurendic nebst dem langzeitverletzten Petar Misic neu auch auf den Offensivspieler Norman Peyretti verzichten muss, sei bitterer. Der Franzose dürfte ebenfalls länger ausfallen, nachdem er sich im Training am Fuss verletzt hat.

Die letzten und ersten Spiele

Los geht die Rückrunde für den FC Aarau am Montag, 5. Februar im Stadion Brügglifeld gegen den FC Schaffhausen. Der FC Wohlen startet seine Abschiedstour aus der Challenge League am Samstag, 3. Februar, auswärts gegen den FC Wil. Die Resultate der letzten Testspiele vom Samstag, 27. Januar 2018: Wohlen schlägt den FC Cham (Promotion League) mit 3:1, der FC Aarau verliert gegen den FC Yverdon mit 1:2.

Bildnachweis Front: Colourbox