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Aargau Solothurn Aargauer Gemeindefusionen haben derzeit einen schweren Stand

Das Stimmvolk von Stein hat es klar gesagt: Eine Fusion mit Mumpf, Obermumpf und Schupfart kommt nicht in Frage. Die gescheiterte Gemeindefusion im mittleren Fricktal ist nur das neueste Beispiel aus einer ganzen Reihe von gescheiterten Fusionen.

2013 wurden im Kanton Aargau ganze 4 Gemeindezusammenschlüsse abgelehnt. 2014 gab es überhaupt kein abstimmungsreifes Zusammenschlussprojekt. Und am Sonntag ist nun also auch die Fusion «Stein im Fricktal» gescheitert.

Bauchgefühl oder Notwendigkeit?

«Manchmal stimmt halt das Bauchgefühl der Bevölkerung einfach nicht», sagt Yvonne Reichlin, die Leiterin der Gemeindeabteilung des Kantons Aargau. Dann scheitern Fusionen, weiss sie aus Erfahrung.

Dies bedeutet aber auch, dass die Gemeinden offenbar keine Notwendigkeit zu Fusionen verspüren. «Der finanzielle Druck auf die Gemeinden nimmt zwar zu, offenbar ist bei vielen der Leidensdruck aber immer noch zu klein.» Viele Gemeinden würden nur fusionieren, wenn es nicht mehr anders ginge.

Momentaufnahme

Anwalt Markus Leimbacher ist als Mediator tätig bei Gemeindefusionen. Er weiss, dass ein «Ja» oder «Nein» zu einer Fusion immer nur eine Momentaufnahme ist. Er nennt als Beispiel die gescheiterte Fusion von Döttingen und Klingnau. Döttingen habe diese Fusion vor zwei Jahren deutlich abgelehnt: «Mit dem Argument, 'wir wollen unseren tiefen Steuerfuss nicht mit Klingnau teilen'», sagt er.

Die Situation von Döttingen hat sich seither aber stark verändert: Der Steuerfuss musste in der letzten Gemeindeversammlung auf 110 Prozent erhöht werden. «Hinter vorgehaltener Hand wird heute in Döttingen darüber diskutiert, ob der Entscheid vor zwei Jahren richtig war», weiss Markus Leimbacher.

Leimbacher geht denn auch davon aus, dass es in ungefähr 4 bis 6 Jahren wieder mehr Gemeindefusionen geben wird. Das Sparprogramm des Kantons werde den finanziellen Druck auf die Gemeinden erhöhen, sagt Markus Leimbacher: «Ich rechner daher damit, dass sich mache Gemeinde wieder nach nachbarschaftlicher Hilfe umsehen wird».

(Bildquelle: wikimediacommons/dimelina, Link öffnet in einem neuen Fenster)

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