Aargauer Gewerbe leidet unter steigendem Einkaufstourismus

Die Auslandeinkäufe von Schweizer Konsumenten haben vergangenes Jahr ein Rekordniveau erreicht. Der Einkaufstourismus ist nochmals um 10 Prozent gewachsen, rund 5 Milliarden Franken haben Konsumenten ennet der Grenze ausgegeben. Besonders stark spürt der Grenzkanton Aargau diese Entwicklung.

Unter dem steigenden Einkaufstourismus leidet speziell das Gewerbe im Grenzkanton Aargau.

Bildlegende: Unter dem steigenden Einkaufstourismus leidet speziell das Gewerbe im Grenzkanton Aargau. Keystone

«Der Einkaufstourismus steigert sich seit Jahren», sagt Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes, gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Schmid zeigt sich angesichts des neuen Rekordes aber überrascht. Eine Zunahme von zehn Prozent erstaune ihn, ein solch starkes Wachstum spüre er nicht.

Es sei aber eine Tatsache, dass die Einkäufe der Schweizer Konsumenten in Deutschland weiter ein grosses Problem für das lokale Gewerbe sei. Insbesondere seien die Detailhändler in den grenznahen Ortschaften betroffen. Aber auch die Autogaragen und die Gastronomie beklagen laut Schmid Umsatzeinbussen.

Verkehrskollaps bei Grenzübergängen

Nicht über zu wenig Arbeit beklagten, können sich die Zollbeamten und Grenzwächter. Gemäss Patrick Gantenbein, Sprecher der Schweizer Grenzwache, hat der grenzüberschreitende Einkaufsverkehr letztes Jahr sehr stark zugenommen. Dies hätten verschiedene Messungen ergeben.

Ein Indikator sei das Verkehrsaufkommen. An Spitzentagen sei der Verkehr regelrecht kollabiert. Jeder Parkplatz vor dem Zoll sei besetzt gewesen, die Autos hätten sich gestaut.