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Aargau Solothurn Aargauer Grüne weichen von ihrer Einzonungs-Strategie ab

Die Aargauer Regierung hält die Anpassung des Richtplans im Gebiet «Galgenbuck» für zweckmässig und situationsgerecht. Und auch die Aargauer Grünen stehen hinter dem Projekt. Damit weichen sie aber von ihrer Linie ab betreffend Einzonungen.

Im Galgenbuck soll in den nächsten Jahre ein neuer Stadtteil entstehen.

Das Gebiet «Galgenbuck» ist die letzte grössere und zugleich grüne Landreserve von Baden. Hier soll in den nächsten Jahren auf 11,8 Hektaren ein neuer Stadtteil entstehen. Damit in Dättwil gebaut werden darf, braucht es eine Anpassung des Richtplans. Denn der «Galgenbuck» ist rechtlich gesehen Landwirtschaftszone.

Nun hat sich die Aargauer Regierung positiv zur Anpassung des Richtplans geäussert. Sie hält die Umzongung für zweckmässig und situationsgerecht. Dass die Regierung die Umzonung unterstützt, heisst aber noch lange nicht, dass auch der Grosse Rat die Anpassung des Richtplans durchwinkt. Am letzten Mittwoch hatte die zuständige Kommission die Hälfte der geplanten Umzonungen in Wohlen gestrichen. Droht Baden nun ein ähnliches Schicksal?

Kommissionspräsidentin Renate Gautschy wollte sich gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF nicht festlegen: «Wir entscheiden von Fall zu Fall. In jeder Stadt oder Gemeinde ist die Sachlage wieder anders.» Die Kommission habe die Unterlagen zur Anpassung des Richtplans in Baden noch nicht studiert.

Zersiedelung soll verhindert werden

In Baden jedenfalls herrscht die Überzeugung, dass die Anpassung des Richtplans nötig ist, meint Stadtammann Geri Müller: «Der Druck in der Innenstadt ist gross. Beim Galgenbuck haben wir eigentlich die letzte Möglichkeit, zu wachsen.»

Auch als grüner Stadtammann könne er voll und ganz hinter dem neuen Richtplan stehen. Denn der «Galgenbuck» sei gut erschlossen und mit dem Bus erreichbar. Wenn man in Dättwil baue, dann könne man eine weitere Zersiedlung der Region Baden verhindern, so Müller weiter. Müller macht sich keine Sorgen, dass der Grosse Rat Teile der Umzonung streichen könnte: «Die Sachlage in Baden ist ganz anders als in Wohlen.»

Grüne fordern Einzonungs-Stopp

Dass sich Müller so stark für die Einzonung beim Galgenbuck einsetzt ist erstaunlich, denn seine Partei die Grünen sind grundsätzlich gegen jede Einzonung. In einer Medienmitteilung der Grünen Aargau vom 2. April steht: «Die aktuellen Einzonungsbegehren der Gemeinden Sins, Wohlen und Baden sind zurückzuweisen, da diese Gemeinden massiv bevorteilt würden.»

Auf Anfrage scheint die Sachlage dann aber plötzlich doch nicht mehr so deutlich zu sein. Das Projekt in Baden, sei vernünftig, erklärt Gregor Zimmermann Parteisekretär der Grünen Aargau: «Baden ist bestrebt energieeffizient zu bauen.» Man wolle aber niemanden bevorzugen und deshalb fordern die Grünen eine Analyse die zeigt, wo im Aargau Einzonungen nötig sind und wo darauf verzichtet werden kann. «Die Analyse wird zeigen, dass die Einzonung beim Galgenbuck in Baden unbestritten ist.»

3 Kommentare

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  • Kommentar von monika golz, Fislisbach
    Logisch, dass Baden wachsen will.Stadtraum müsste zahlbar sein. Wie wär's denn mit genossenschaftlichem Bauen? Unlogisch zu klagen, ohne Alternativen zum anhaltenden Stau nach Baden rein Nein danke- Schon ohne ein zukünftiges Grossprojekt von Baden erstickt die Infrastruktur ! Sollen doch mal auf dem Schadenmühleplatz und die Villenquartiere verdichtet bauen - Land enteignen an der Bruggerstrasse um eine Spur für den öV durchgehend bis Linde zu realisieren - das wäre grüne Politik!
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Es kommt halt immer drauf an, ob man als Grüne(r) in der Exekutive sitzt oder auf dem Fundi-Bank der Ideologen. Zudem sollte man wegen den wenigen Prozent Ideologen nicht immer so ein Medien-Geschrei machen, wenn eir oder einem von ihnen ein Furz vertschlipft...
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  • Kommentar von Alex Schneider, 5024 Küttigen
    Jede einzonungswilllige Gemeinde hat eine "gute Begründung" für ihren Einzonungswunsch. Bin gespannt auf den ersten Fall, wo der Grosse Rat einer Gemeinde eine "bedarfsgerechte" Einzonung verweigert.
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