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Aargau Solothurn Aargauer Kindergärtnerinnen sollen 9,4 Millionen mehr verdienen

Kindergärtnerinnen sollen im Aargau künftig gleich viel verdienen wie Primarlehrer. Das schlägt die Regierung vor. Sie reagiert damit auf einen Rüffel des Verwaltungsgerichts. Den Kanton und die Gemeinden kommt die Lohnerhöhung teuer zu stehen.

Kindergärtnerin bastelt mit 2 Kindern.
Legende: Kindergärtnerinnen sollen mehr Lohn erhalten. Die Mehrkosten dafür betragen 9,4 Millionen Franken pro Jahr. SRF

Heute beträgt der Einstiegslohn für eine junge Kindergärtnerin im Aargau 71'330 Franken. Künftig soll sie gleich viel verdienen wie ein frischgebackener Primarlehrer: 77'680 Franken. Zudem soll der Maximallohn von 114'128 auf 124'287 Franken erhöht werden, schlägt die Regierung vor.

Im Aargau bestehen an den Kindergärten 960 Vollzeitstellen. Die Mehrkosten für die Lohnerhöhung betragen insgesamt 9,4 Millionen Franken pro Jahr. 35 Prozent dieser Kosten müssten die Gemeinden übernehmen.

Gleiche Ausbildung = Gleicher Lohn

Die Anhebung der Löhne der Kindergartenlehrpersonen soll schrittweise bis Anfang 2018 umgesetzt werden. Eine Staffelung über drei Jahre rechtfertige sich aufgrund der schwierigen finanzpolitischen Lage des Kantons, schreibt die Regierung. Und weil noch nicht alle Kindergärtnerinnen die gleiche Ausbildung haben wie die Primarlehrer.

Dass von Kindergarten- und Primarlehrpersonen seit 2009 die gleiche Ausbildung verlangt wird, ist das Hauptargument, weshalb auch beide gleich viel verdienen sollen. So wird von einer Kindergärtnerin heute die Matur und ein Bachelorstudium verlangt.

Der Rüffel des Gerichts

Mit der Lohnanpassung reagiert der Regierungsrat auf ein Urteil des kantonalen Verwaltungsgerichtes. Das Gericht hatte im Januar 2014 eine Beschwerde von Kindergärtnerinnen wegen Lohndiskriminierung teilweise gutgeheissen.

Das Gericht kam zum Schluss, die Löhne der Kindergärtnerinnen müssten höher sein, und forderte den Kanton auf, die Lohnsituation zu überprüfen. Was die Regierung nun also gemacht hat.

Und wenn das Parlament Nein sagt?

Das letzte Wort zu den Vorschlägen der Regierung hat der Grosse Rat. Und wenn er die Lohnerhöhung für die Kindergärtnerinnen ablehnt? Dann könnte es weitere Klagen geben, sagt Michael Umbricht, Generalsekretär des Departements Bildung, Kultur und Sport, zum Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

Bevor der Grosse Rat entscheidet, gehen die Vorschläge des Regierungsrates nun in eine eingeschränkte Anhörung. Lehrpersonen und Personalverbände können sich bis zum 2. Mai 2015 dazu äussern.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin, Zürich
    Darauf arbeiten sie ja schon jahrzehntelang hin, sind nicht Kindergärtnerinnen, sondern nennen sich Kindergartenlehrinnen. Die Wochenarbeitszeit von ihnen beträgt ca. 30 Std. pro Jahr 13 Wochen Urlaub usw. Der Höchstjahreslohn beträgt sfr. 124'000.-- das wären mehr als sfr. 10'000.-- im Monat. Was für einen Job muss man in der Privatwirtschaft haben um soviel verdienen ??? Der Steuerzahler lässt grüssen.
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    1. Antwort von Max Müller, Wangen
      Sorry, aber sie nennen sich resp. es heisst Lehrerin oder Lehrer für die Vorschulstufe. Es steht jedem frei, diese Ausbildung zu studieren, also warum der Lohnneid?
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    2. Antwort von M. Zimmerli, Muhen
      Grüezi Herr Steinlin. Machen Sie sich bitte zuerst schlau, bevor Sie solche Kommentare schreiben. Laut Berufsauftrag des BKS hat eine Kindergärtnerin/lehrerin 2091 Std. Soll-Jahresarbeitszeit zu leisten. Wir sprechen von 249 Arbeitstagen à 8.40 Std. (= 42 Wochenstunden), davon 22 Tage Ferienanspruch. Die FHNW bietet einen Quereinstieg in den Lehrberuf ein: Nur zu! Und viel Glück.
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