Aargauer Oberrichter Schuppisser tritt ohne Empfehlung an

Am Dienstag wollen 28 Aargauer Oberrichter vom Grossen Rat wiedergewählt werden. Alle haben die Unterstützung des Ratsbüros, ausser für Urs Schuppisser von den Grünliberalen gab es keine Wahlempfehlung. Schuppisser tritt dennoch an.

«Ja, er wird bei den Wahlen am Dienstag im Grossen Rat mit dabei sein», bestätigt Felix Jenni gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Jenni ist Sprecher von Urs Schuppissers Partei, den Grünliberalen, und sitzt selber im Rat.

Der angeschossene Oberrichter lässt sich von den Vorwürfen also nicht beirren und tritt zur Wiederwahl an. Im Vorfeld hatte ihn das Ratsbüro als einzigen von 28 Oberrichtern nicht empfohlen, mit sieben zu drei Stimmen. «Mängel in der Arbeitsweise und in der Arbeitsorganisation», so die Begründung.

Am Dienstag muss der Grosse Rat über die Wiederwahl der Oberrichter entscheiden. Umstritten ist nur einer. (Symbolbild)

Bildlegende: Am Dienstag muss der Grosse Rat über die Wiederwahl der Oberrichter entscheiden. Umstritten ist nur einer. (Symbolbild) Keystone

Die juristische Fachkompetenz von Urs Schuppisser wurde jedoch nicht angezweifelt. Anders die Justizkommission: Sie empfahl den amtierenden Aargauer Oberrichter, wenn auch knapp, mit sieben zu sechs Stimmen.

Am Dienstagvormittag entscheidet das Parlament in einer anonymen Wahl. Der Ratssekretär rechnet mit Diskussionen im Vorfeld. Das Resultat folgt am Nachmittag.

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