Aargauer Parlament streicht Mindeststeuern für Unternehmen

Im Kanton Aargau sollen neu gegründete Unternehmen in den ersten fünf Jahren keine Mindeststeuer mehr bezahlen müssen. Der Grosse Rat hat eine entsprechende Motion aus den Reihen der FDP mit 85 zu 43 Stimmen gegen den Willen des Regierungsrats überwiesen. Dem Kanton entgehen rund 800'000 Franken.

Für die Motion stimmten SVP, FDP sowie GLP und EVP. Dagegen votierten SP, Grüne und BDP. Die CVP war weitgehend gespalten. Die Mindeststeuer für Unternehmen beträgt total 845 Franken pro Jahr. Diese Mindeststeuer bezahlen etwa Kapitalgesellschaften, die Verluste generieren oder einen Gewinn von unter 10'000 Franken erwirtschaften.

Saal des Grossen Rates

Bildlegende: Der Grosser Rat Aargau beschliesst eine weitere Steuererleichterung für Unternehmen. SRF

Es handle sich um eine weitere Steuererleichterung für juristische Personen, kritisierte die SP. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ein solcher symbolische Beitrag Unternehmen abschrecke, hiess es bei den Grünen.

Steuerausfälle von bis zu 800'000 Franken

Der Kanton rechnet gemäss Finanzdirektor Roland Brogli mit Ausfällen von bis zu 800'000 Franken pro Jahr. Der Regierungsrat lehnte die Abschaffung der Mindeststeuer daher ab.