Neues Transportsystem Aargauer Regierung markiert Distanz zu Cargo sous terrain

Güter unterirdisch transportieren und die oberirdischen Verkehrsstränge entlasten. Das ist die Idee hinter dem neuartigen Transportsystem Cargo sous terrain. Die Aargauer Regierung will dem privaten Förderverein aber nicht beitreten, weil sie als Bewilligungsinstanz neutral bleiben will.

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«Cargo Souterrain» – ein Zukunftsprojekt

1:47 min, aus Tagesschau am Mittag vom 24.11.2016

Keine unterirdische Strasse, aber auch kein Bahntunnel, sondern eine Mischung von beidem in Kombination mit einem automatischen Beförderungssystem: Etwa so muss man sich «Cargo sous terrain» (CST) vorstellen.

Entstanden ist CST aus privater Initiative. In der Trägerschaft sind u. a. die Post, SBB, Cargo, Swisscom sowie BKW oder auch die Versicherung Mobiliar. Nach ihren Plänen soll die erste Etappe von CST bis 2030 realisiert sein. Es wäre die Verbindung von Härkingen/Niederbipp bis Zürich.

Fragen aus dem Grossen Rat

Der Bundesrat ist bereit, das Projekt mit einem Spezialgesetz zu unterstützen. Er will aber nichts an CST bezahlen. Politiker der GLP aus dem Aargauer Grossen Rat wollten von der Aargauer Regierung wissen, ob sie der Trägerschaft von CST beitreten will.

Das schliesst die Regierung nun aus. Sollte das Projekt konkreter werden, sei sie Bewilligungs- und Aufsichtsinstanz. Sie könne nach den Richtlinien der Public Corporate Governance nicht gleichzeitig Trägerin des Projektes sein, weil sie dadurch in einen Interessenkonflikt geraten könnte.

Die Regierung ist aber nicht grundsätzlich gegen das Projekt Cargo sous terrain. Sie sieht folgende Pluspunkte:

  • Das Projekt könnte grosse Investitionen auslösen, was für die Aargauer Wirtschaft von Vorteil wäre.
  • CST sei innovativ und könnte den Technikstandort Schweiz stärken und auch die Attraktivität des Aargaus.
  • CST könnte Logistikaktivitäten bündeln und somit dazu beitragen, mit potenziellen Logistikflächen effizient umzugehen.

Die Regierung sieht aber auch Risiken:

  • Cargo sous terrain braucht viele Terminals, wo die Güter von Lastwagen auf die neuen Transportgefährte umgeladen werden. Das könnte zu viel zusätzlichem Verkehr führen.
  • Um zu den Hubs zu gelangen, müsste man viel Geld ausgeben, um Strassen auszubauen.
  • CST könnte die Konkurrenz im Transportgewerbe verschärfen. Darunter könnte der Güterverkehr mit der Bahn oder der kombinierte Verkehr auf Schiene und Strasse leiden.

Wie weiter?

Die Regierung informiert in ihrer Antwort auf den Vorstoss aus dem Grossen Rat darüber, wie sie sich das weitere Vorgehen vorstellt. Cargo sous terrain sei ein kantonsübergreifendes Projekt. Es werde von der Bau- und Planungsdirektoren-Konferenz (BPUK) koordiniert.

Mitglied dieser Konferenz ist der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger. Er sei, so informiert die Regierung, auch Mitglied des vom Bund eingesetzten Sounding Boards. Die BPUK diskutiere momentan darüber, mit Fachleuten aus den Kantonen Zürich, Aargau, Solothurn und Bern eine Kommission zu bilden, die CST begleiten soll.