Zum Inhalt springen

Aargau Solothurn Aargauer Rettungsdienst Intermedic soll Lizenz verlieren

Schlechtes Zeugnis für den Rettungsdienst Intermedic: Laut dem Interverband für Rettungswesen (IVR) hat Intermedic zu wenig Fachkräfte angestellt und erfüllt so nicht alle Qualitätsrichtlinien zur Anerkennung von Rettungsdiensten im Aargau. Das ist aber für eine Bewilligung des Kantons nötig.

Der Interverband für Rettungswesen (IVR) hat entschieden: Es gibt Mängel beim Rettungsdienst Intermedic im Aargau. «Das heisst nicht, dass die Qualität der Rettungseinsätze schlecht ist», hält Direktor Martin Gappisch im Gespräch mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn fest.

Aber trotzdem: «Wesentliche Forderungen bei den Qualitätsrichtlinien zur Anerkennung von Rettungsdiensten werden nicht erfüllt», erklärt Gappisch. Konkret: Intermedic hat im Aargau zu wenig Fachkräfte angestellt, um den Rettungsdienst gemäss Vorschrift zu erfüllen. Mehr will Gappisch dazu mit Hinweis auf das laufende Verfahren noch nicht sagen.

Kanton muss Bewilligung prüfen

Intermedic hat seinen Sitz in der Gemeinde Berikon auf dem Mutschellen. Die Firma erfüllt den Rettungsdienst im Auftrag des Kantons für 15 Gemeinden in den Bezirken Baden und Bremgarten.

Der Rettungsdienst darf das aber nur tun, wenn er vom Verband für Rettungswesen einen positiven Bericht erhält. Das war am 15. Mai 2014 aber nicht der Fall. Und das könnte nun Konsequenzen haben.

Intermedic will sich wehren

Rettungswagen der Intermedic vor der Notfalleinfahrt eines Spitals
Legende: Der Rettungsdienst Intermedic erhält wohl keine Lizenz mehr vom Kanton. Es gibt Mängel bei der Personalausbildung. Intermedic

Laut Kantonsarzt Martin Roth darf der Kanton Aargau nach einem negativen Bericht des Verbandes Intermedic keine Bewilligung geben. Dies wäre aber noch nicht das Ende des Rettungsdienstes auf dem Mutschellen. Zuerst gibt es eine Verfügung des zuständigen Departementes. Gegen diese und auch gegen den Verbandsbericht kann Intermedic Rekurs einlegen.

Und das wird Intermedic auch tun, wie Markus Hilsenbeck gegenüber dem Regionaljournal bestätigt. Hilsenbeck ist einer der beiden Chefs von Intermedic. Auf Anfrage bestätigt er, dass die Firma Rekurs einlegen wird. Mehr will Hilsenbeck dazu momentan nicht sagen.

Andere Dienstleistungen von Intermedic nicht betroffen

Bis dahin darf die Firma ihre Rettungsdienstleistungen im Aargau weiterhin ganz normal anbieten. Bei einem negativen Kantons-Entscheid für Intermedic wäre davon nur der Rettungsdienst betroffen, den die Firma auch in der Zürcher Agglomeration rund um Regensdorf anbietet. Auf die übrigen Dienstleistungen der Firma hat der Entscheid keinen Einfluss.

Neben dem Rettungsdienst führt Intermedic auch Patienten aus dem Ausland zurück in die Schweiz (Repatrierung) und macht den Sanitätsdienst für kleinere und grössere Anlässe. Zudem verfügt die Firma über mehrere Spezialfahrzeuge und Sanitäts-Container für Grosseinsätze in Krisengebieten, auch im Ausland. Auf all diese Angebote hat der Verbandsbericht keinen Einfluss.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.