Aargauer Schulen streichen zunehmend die Papiersammlung

Immer mehr Schulen im Kanton Aargau lassen die Finger von der Papiersammlung. Nicht etwa, weil die Schüler ihren Spass daran verloren hätten. Sondern weil sie Angst haben, dass die Schüler verunfallen und die Eltern Haftungsansprüche stellen.

Das neuste Beispiel kommt aus der Gemeinde Arni. «Die Schule Arni hat aus Sicherheits- und Haftungsgründen entschieden, dass ab dem Schuljahr 2015/2016 keine Schüler mehr bei den Papiersammlungen eingesetzt werden», steht in einer Gemeindemitteilung. Kein unbekannter Satz für Renate Gautschy, die die Aargauer Gemeindeammänner-Vereiniung präsidiert.

Papierbündeli vor Haustür.

Bildlegende: Die Papiersammlung: für viele Schüler ein Highlight, nun übernehmen sie immer öfters private Firmen. Keystone

Sie sagt, die Papiersammlung verschwinde zunehmend aus den Aargauer Schulen. Es sei ein klarer Trend feststellbar, wonach die Gemeinden lieber private Firmen engagierten für diese Aufgabe. Das gilt denn auch für Gontenschwil, dort ist Gautschy Gemeindepräsidentin.

Die Gründe seien jeweils die gleichen, weiss sie. Primär gehe es den Gemeinden und Schulen um das Wohl der Schüler.

«  Die Papiersammlung ist heute viel gefährlicher als früher. »

Renate Gautschy
Präsidentin Gemeindeammänner-Vereinigung

Die Zeiten hätten sich geändert. Das Verkehrsaufkommen nehme stetig zu, und damit auch die Gefahren, denen die Schüler bei der Papiersammlung ausgesetzt seien. Man wolle die Schüler schützen, so Renate Gautschy. Aber nicht nur sie.

«  Heute werden sofort Haftungs- oder Schadensübernahmen in Anspruch gestellt. »

Renate Gautschy
Präsidentin Gemeindeammänner-Vereinigung

Die Lehrer, Schulen und Gemeinden wollen aber vor allem auch sich selber schützen: Vor Haftungsforderungen, wenn Schüler verunfallen und sich verletzen. Und so kommt es, dass das «Kulturgut Papiersammlung» – wie Renate Gautschy die Papiersammlung der Schulen bezeichnet – immer mehr aus den Kalendern der Aargauer Schulen verschwindet.