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Aargau Solothurn Aargauer SP ist wieder die zweitstärkste Kraft

Kein Rechtsrutsch im Kanton Aargau, im Gegenteil: Aus den Grossratswahlen 2016 geht die SP als grosse Siegerin hervor, sie gewinnt fünf Sitze hinzu. Verloren hat dagegen die politische Mitte, CVP und GLP büssen Sitze im Parlament ein und die BDP schrammt nur haarscharf an der Katastrophe vorbei.

Legende:
Grossratswahlen Aargau: Sitzverteilung Die stärkste Kraft im 140-köpfigen Grossen Rat bleibt die SVP. Staatskanzlei
Legende: Video Aargauer SP ist wieder zweitstärkste Kraft abspielen. Laufzeit 1:09 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 23.10.2016.

Die Aargauer Grossratswahlen haben eine unerwartete Siegerin: Die SP kann beim Wähleranteil 3,7 Prozent zulegen und gewinnt fünf Sitze hinzu. Mit neu 27 VertreterInnen sind die Sozialdemokraten nun wieder die zweitstärkste Kraft im Parlament, sie überholen die FDP, die nach wie vor 22 Sitze hält.

Stärkste Kraft im 140-köpfigen Kantonsparlament bleibt die SVP, sie kann ihre 45 Sitze halten und verharrt damit auf dem Stand von 2012 und 2009. Im Vorfeld hatte die SVP weitere Sitzgewinne angestrebt, nun muss sie beim Wähleranteil einen Rückgang verzeichnen, wenn auch einen sehr kleinen.

Legende:
Grossratswahlen Aargau: Parteienstärke Die SVP bleibt die wählerstärkste Partei im Aargau, verpasst aber ihr Ziel (38 Prozent) klar. Die SP überholt die FDP wieder und ist neu die zweitstärkste Kraft im Kanton. Staatskanzlei Kanton Aargau

Für die BDP wurde es ganz knapp

Als Verliererin der Aargauer Wahlen muss man die gesamte politische Mitte bezeichnen. Die CVP verliert zwei Sitze und büsst auch in traditionell starken CVP-Gebieten viel Wähleranteil ein. Die Christdemokraten kommen im neuen Parlament noch auf 17 Sitze. Die GLP verliert ein Mandat und hat neu noch sieben Sitze. Die BDP fällt von sechs auf vier Sitze und kommt damit noch einmal mit einem blauen Auge davon.

Haarscharf nur entging die BDP der grösstmöglichen Niederlage, sie wäre fast komplett aus dem Aargauer Parlament gefallen. Nur im Bezirk Lenzburg erreicht die Partei noch die Wahlhürde von fünf Prozent, die nötig ist um überhaupt in den Grossen Rat einziehen zu können. Als einzige Partei verlor die BDP in allen Bezirken Wähleranteile. Angesichts dieser Wählerverluste kommt die Partei mit zwei verlorenen Sitzen noch glimpflich weg. Allerdings verliert die BDP mit ihren vier Vertretern die Fraktionsstärke.

Leicht zulegen beim Wähleranteil konnten EVP und EDU. Bei beiden Parteien reichen die Gewinne allerdings nicht für einen zusätzlichen Sitz. Die EVP hält weiterhin sechs Mandate und die EDU deren zwei. Die Kleinstparteien SLB und LOVB erreichten die nötigen Wähleranteile für einen Einzug ins Parlament bei weitem nicht.

Parteistärke nach Bezirk (in Prozent)

Bezirk
SVP
FDPSPCVPGrüneGLPBDPEVPEDUSLBLOVB
Aarau26,8
(-2,3)
18,8
(+0,4)
24,1
(+5,7)
6,7
(+0,1)
7,7
(-1,2)
5,6
(+0,3)
2,3
(-1,6)
5,6
(-)
2,0
(+0,1)
0,4
(-0,6)

Baden26,4
(-1,3)
15,7
(-0,2)
19,4
(+3,7)
16,6
(-0,1)
7,6
(+0,9)
6,2
(-0,4)
3,6
(-0,9)
4,0
(+0,2)
0,5
(-0,1)

0,1
(+0,1)
Bremgarten35,1
(+1,5)
16,2
(+1,2)
17,5
(+2,6)
15,1
(-2,0)
5,5
(-0,2)
5,7
(-0,4)
2,1
(-2,4)
1,6
(+0,2)
1,1
(+0,5)


Brugg29,4
(-3,3)
19,6
(+2,7)
19,4
(+2,7)
8,0
(-1,0)
9,3
(+0,9)
4,7
(-0,4)
2,2
(-2,1)
5,9
(+0,3)
1,7
(+0,5)


Kulm42,4
(+5,7)
16,9
(-0,5)
12,5
(+1,9)
1,9
(+0,3)
8,4
(-1,2)
1,6
(-1,1)
3,0
(-1,7)
7,2
(+0,9)
5,4
(+0,1)
0,8
(-0,8)

Laufenburg33,8
(+0,1)
11,1
(+0,4)
18,9
(+4,8)
20,9
(-1,0)
7,5
(-1,0)
3,7
(-0,1)
1,5
(-2,1)
1,0
(-0,2)
1,6
(+0,6)


Lenzburg34,3
(-1,7)
16,2
(+0,7)
19,8
(+4,6)
6,0
(-0,7)
6,0
(-0,4)
6,5
(-0,2)
5,5
(-0,5)
4,9
(-0,6)
1,0
(-0,4)


Muri36,7
(+2,6)
11,4
(+1,5)
13,3
(+3,1)
24,0
(-4,5)
7,7
(+0,4)
3,4
(-1,8)
1,3
(-1,9)
0,9
(+0,9)
0,9
(+0,3)

0,3
(+0,3)
Rheinfelden30,1
(+2,2)
16,9
(+0,8)
20,8
(+4,7)
11,6
(-2,2)
6,8
(-2,4)
8,6
(-)
1,6
(-1,8)
1,1
(-0,1)
2,0
(-0,1)
0,6
(+0,2)

Zofingen35,8
(+3,4)
14,0
(-1,2)
19,3
(+2,7)
5,7
(-0,5)
5,6
(-1,8)
5,7
(+1,0)
1,8
(-2,4)
7,0
(-)
4,5
(-0,2)
0,4
(-0,2)

Zurzach36,9
(-1,6)
14,7
(+3,3)
14,7
(+2,7)
22,9
(-1,2)
4,8
(+0,8)
1,8
(-1,1)
2,4
(-2,2)
0,9
(-0,2)
1,0
(+0,1)


Kanton
31,94
(-0,06)

16,0
(+0,64)

18,92
(3,72)

12,1
(-1,16)

7,05
(-0,32)

5,26
(0,24)

2,71
(1,65)

4,05
(+0,15)

1,77
(+0,09)

0,17
(-0,32)

0,04
(+0,04)

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21 Kommentare

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  • Kommentar von A. Zuckermann (azu)
    Komisch! Letzte Woche haben praktisch noch alle Zeitungen und Medien von einem weiteren Rechtsrutsch gesprochen. Scheint so als hätten wir Linken nicht nur politische Gegner...
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Nun denn, was bedeutet der "Platz-Sieg" einer politischen Partei? Wichtig wäre, dass sich das "Gros", der sehr gut von den Volks-Steuergeldern entlöhnten (- und lebenslange, "fette" Renten kassierende)PolitikerInnen, sich von den Eigeninteressen der Partei (Machtvergrösserung) lösen würden und endlich echte, Sinn machende Zukunfts- Politik zum essentiellen und existenziellen Volkswohl machen würden! Davon könnte das VOLK real profitieren!
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    1. Antwort von SRF Regionalredaktion
      Nur als Einordnungshilfe: Mitglieder im kantonalen Parlament erhalten keine Rente. Während ihrer Amtszeit werden sie ediglich mit Sitzungsgeldern für ihr Amt «entlöhnt» und sind als Miliz-PolitikerInnen daneben ganz normal berufstätig.
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    2. Antwort von Ida Fischer (Ida Fiischer)
      @SRF Reg. Rätin S. Hochuli (Grüne) erhält ein Ruhegehalt von rund 130’000 Franken pro Jahr. Auch wenn in Zukunft diese Regelung geändert wird mit einer Abgangsentschädigung ist das eine Luxuslösung. Entschädigung sollte nur bezahlt werden im Schadensfall somit ist es ein falscher Begriff. Passender wäre ein goldener Fallschirm. Mit einem Jahressalär von 300'000 Franken pro Jahr müssen sie sich auch nicht einschränken. Der Job ist immer aus div. Gründen beschränkt das wissen alle.
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    3. Antwort von Ida Fischer (Ida Fiischer)
      @ SRF Ob Rente Ruhegeld Abfindungen goldener Fallschirm letztlich sind das Wortklaubereien aber Hochbezahlt vom Steuerzahler Diese Regelung ist ein seit 1975 geltendes Dekret über die Ruhegehälter der Mitglieder des Regierungsrats. Die Grundsätze stammen aber aus dem Jahr 1944. Diese finanziellen Zuwendungen betreffen ja auch hinterbliebenen Partnern.
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  • Kommentar von Paul Hänger (basilea@gmx.de)
    Für mich unverständlich, dass man solche Kandidaten wie den Wermut überhaupt wählen kann. Ausser warme Luft kommt da nicht viel. Ich hoffe die bürgerliche Parteien können weiterhin zulegen.
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    1. Antwort von Patrick Frei (Freidenker)
      Wenn Sie wüssten, was im Aargau im Bildungsbereich zusammengespart wird, verstünden Sie vielleicht den Sitzgewinn der SP, wobei wir im Vergleich zur SVP-Dominanz immer noch von einer untergeordneten politischen Rolle der SP sprechen müssten. Wissen Sie, die SVP kann Ängste gut bewirtschaften, Komplexes vereinfachen und über Bildungskosten wettern. Leider fehlt oft der Tiefgang und das Verständnis, wenn's darum geht, die heutigen Anforderungen im Bildungssektor zu verstehen.
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    2. Antwort von SRF Regionalredaktion
      Ein Hinweis: Cédric Wermuth wurde am Sonntag nicht gewählt. Er ist Nationalrat und nicht im kantonalen Parlament. Seine Funktion ist Co-Präsident der Kantonalpartei, deshalb ist er abgebildet. Gewählt hat ihn also niemand an diesem Wochenende.
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