Aargauer Spitäler sind überdurchschnittlich teuer

Der Preisüberwacher kritisiert die sogenannte «Baserate» der Aargauer Spitäler. Die Grundtaxe sei im Vergleich zu anderen Schweizer Spitälern zu hoch, heisst es in einem Zusatzbericht der Regierung. Die Kritik des Preisüberwachers führt aber im Aargau wieder zu Kritik.

Die Kosten einer Spitalbehandlung setzen sich aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen wird die Behandlung (zum Beispiel eine Blinddarm-Operation) mit einer Pauschale berechnet, zum anderen gilt eine Grundtaxe pro Spital, die sogenannte «Baserate». Die Behandlungspauschale wird mit dieser Grundtaxe multipliziert und ergibt so den «Gesamtpreis» des Eingriffes.

Diese Grundtaxe entscheidet also massgeblich darüber, wie teuer eine Spitalbehandlung zu stehen kommt. Die Baserate der Aargauer Spitäler gibt nun zu Diskussionen Anlass. Der Preisüberwacher hält sie nämlich für zu hoch. Er verglich dazu fünf verschiedene Schweizer Spitäler. Sie alle haben eine tiefere Grundtaxe als die Aargauer Spitäler, arbeiten also günstiger.

Teure Infrastruktur ergibt höhere Grundtaxe

Blick in einen leeren Gang eines Spitals, im Hintergrund schiebt eine Krankenschwester ein Bett ins Zimmer.

Bildlegende: Die Aargauer Spitäler haben eine aufwändige Infrastruktur: Deshalb seien sie im Vergleich zu anderen Spitälern teurer. Keystone

Die Kritik des Preisüberwachers wird in einer Zusatzbotschaft zur Spitalfinanzierung erwähnt. Sie wird aber zugleich auch kritisiert. Robert Rhiner, Leiter der Abteilung Gesundheitsversorgung im Kanton Aargau, erklärt gegenüber Radio SRF: «Der Vergleich hat seine Tücken. Es werden zu wenig Spitäler verglichen.» Der Vergleich sei damit nicht repräsentativ.

Dass die Aargauer Spitäler relativ teuer seien, das habe seine Gründe. «Wenn man das Kantonsspital Aarau anschaut, sieht man das es mehr Aufwand braucht. Es ist kein neues Spital, letztes Jahr wurde es 125 Jahre alt. So hat es nun mehrere Gebäude, diese bedeuten einen hohen logistischen Aufwand. Dieser schlägt sich im Preis nieder», so Rhiner weiter.

Eine tiefere Baserate würde dazu führen, dass die Aargauer Spitäler in eine finanzielle Schieflage geraten, befürchtet Rhiner. Dann müsste der Kanton die Spitäler finanziell unterstützen.

Sparen bei den Spitälern scheint schwierig

Die Gefahr für tiefere Grundtaxen ist nicht akut: Der Preisüberwacher kann die Preise nämlich sehr wohl kritisieren, er kann sie aber nicht bestimmen. Seine Kritik könnte aber politische Folgen haben.

Die Aargauer Regierung wollte die Spitalkosten im Kanton ebenfalls bereits senken. Sie wollte die beiden Kantonsspitäler Aarau und Baden unter ein gemeinsames Unternehmensdach stellen oder sogar ein neues Zentralspital auf der grünen Wiese errichten. Beide Ideen hatten politisch aber keine Chance.