Aargauer und Solothurner Bauwirtschaft rechnet mit Rückgang

Noch wird in der Region fleissig gebaut. Doch bereits für Frühling 2015 rechnet der Aargauer Baumeisterverband mit einem Rückgang. «Im Aargau sind im ersten Halbjahr 2014 zirka 15 Prozent weniger Baugesuche eingegangen als im Jahr davor», sagt Präsident Martin Kummer.

Neubauten in Staufen

Bildlegende: Dezember 2013: In der Gemeinde Staufen bei Lenzburg wächst eine grosse Überbauung in die Höhe. SRF

Auch im Kanton Solothurn seien die Ausschreibungen für Bauprojekte rückläufig, bestätigt der Präsident des Solothurner Baumeisterverbandes, Bruno Fuchs. Und Andreas Gasche, Geschäftsführer des Solothurner Gewerbeverbandes ergänzt: «So wie in den letzten Jahren gebaut wurde, so kann es sich nicht weitergehen.»

Ähnlich tönte es Mitte Oktober, als die Schliessung der Eisenbiegerei ERO Frikart in Olten angekündigt wurde. Als wichtigsten Grund für die Schliessung gab die Besitzerin der ERO Frikart an, dass die ERO Frikart weniger Armierungseisen für Baustellen verkauft, da die Bauwirtschaft rückläufig sei.

Verunsicherung als Grund für den Rückgang

Gründe für den Rückgang der Bauwirtschaft gibt es viele. Martin Kummer vom Aargauer Baumeisterverband sieht eine gewisse Verunsicherung, ausgelöst durch die Zweitwohnungs- und die Masseneinwanderungs-Intiative. Hinzu komme das neue Raumplanungsgesetz ergänzt Andreas Gasche. Dieses schreibt einen vorsichtigeren Umgang mit Boden vor.

Bautätigkeit in Gebenstorf

Bildlegende: Ackerland weicht Beton – Baugespanne in Gebenstorf im Oktober 2013. SRF

Ein Ende des Baubooms dürfte zuerst den Wohnungsbau treffen, sagt der Aargauer Baumeisterpräsident Martin Kummer. Besser werde es wohl Firmen ergehen, die vor allem Häuser umbauen und renovieren. Und kaum betroffen sein dürfte der Strassenbau. Hier seien - gerade im Aargau - noch zahlreiche Projekte in der Planung.

Viele Firmen haben bereits reagiert. In seiner eigenen Firma stellt Martin Kummer seit längerem keine neuen Leute mehr ein.