Aargauer Unternehmen produziert erfolgreich Schutzanzüge

Die Erfolgsprodukte der Firma TB Safety in Frick heissen «Venion» und «Venpipe». Es sind qualitativ herausragende Schutzanzüge für den ganzen Körper mit integrierten Belüftungssystemen. Im Einsatz sind sie vor allem in der chemischen Industrie und in der Nuklear-Branche.

Mann in Schutzanzug

Bildlegende: Nik Keel in einem Venlon-Schutzanzug. Luft wird in den Anzug geblasen, deshalb wirkt er etwas unförmig. SRF

Die Anzüge von TB Safety bieten maximale Sicherheit gegen jede Art von Kontamination. Ihr Geheimnis: Der Benutzer trägt keine Schutzmaske, sondern eine Haube mit einem grossen Sichtfenster. Bei einem Modell ist ein Filter eingebaut, der die Luft von aussen ansaugt. Über Ventile tritt die Luft wieder aus. Der Anzug-Träger kann also ganz normal arbeiten.

Das andere Modell ist noch sicherer. Hier kommt die Frischluft über einen Schlauch, der an den Anzug gekoppelt wird. Der Träger kann sich auch in einem stark kontaminierten Umfeld bewegen.

Ein guter Schutzanzug muss:

  • gut belüftet sein
  • die Körperwärme abführen
  • gegen viele verschiedene gefährliche Stoffe schützen
  • so geschnitten sein, dass sich der Träger beim Auskleiden nicht selber kontaminiert

Für Ebola-Einsatz nicht geeignet

Die Schutzanzüge aus Frick könnten Personen schützen, die Ebola-Patienten betreuen. Doch finanzielle und praktische Gründe sprechen dagegen, die Anzüge für diese Aufgabe zu verwenden. Die Anzüge kosten 80 bis 150 Franken. Der Filter und das Gebläse sind darin nicht enthalten. Der Schutzüberzug ist für den Einmalgebrauch bestimmt. Niemand könnte sich leisten, so teure Anzüge in Ebola-Gebieten zu verwenden.

Und der praktische Grund, der gegen den Einsatz irgendwo im afrikanischen Busch spricht: Die Luftversorgung klappt nur, solange die Pumpe läuft. Diese wird mit einer Batterie betrieben. Wenn – wie häufig in Afrika – die Stromversorgung nicht zuverlässig funktioniert, nützen auch die teuren Anzüge aus der Schweiz nichts.

Flexible Firma

Mann in Schutzanzug

Bildlegende: Der Anzug hat einen eigenen Luftkreislauf. Der Träger hat keine Maske auf der Nase, sondern kann den Kopf frei bewegen. SRF

Eingesetzt werden sie einerseits in Atomkraftwerken und andererseits in der chemischen Industrie. An Einzelpersonen verkauft Nik Keel nicht. Er ist der Gründer und Besitzer der Firma TB Safety. Mit seiner Firma ist es in den letzten Jahren nur aufwärts gegangen. Keel peilt dieses Jahr einen Umsatz von rund vier Millionen Franken an.

«Wahrscheinlich ist die bescheidene Grösse meines Unternehmens ein möglicher Grund für den Erfolg. Flexibel, rasch und agil auf neue Herausforderungen reagieren zu können, ist heute angesagt», schreibt Nik Keel in den Firmenunterlagen.

Neuentwicklung ohne Gebläse

Die Schutzanzüge lässt er zum Teil in Polen produzieren. In Italien hat er einen eigenen Betrieb für die Fertigung aufgezogen. Die Entwicklung findet aber in Frick statt. Der eigene Betrieb und der Lieferant in Polen sind völlig ausgelastet. Auch wenn TB Safety jetzt wegen der Ebola-Epidemie neue Anfragen erhalten würde, könnte Keel die Aufträge nicht annehmen.

Unabhängig von der Ebola-Epidemie ist es aber daran, einen Schutzanzug zu entwickeln ohne Filter und Gebläse. Solche Anzüge werden in den Ebola-Gebieten eingesetzt. Normalerweise bestehen sie aber aus mehreren Stücken. Die Neuentwicklung aus Frick ist aber von Kopf bis Fuss ein einziges Stück. Momentan ist dieser Anzug in der Zulassungsphase. Für die nächste Epidemie, egal von welchem Virus verursacht, wäre die Firma TB Safety aus Frick also gerüstet.