Aargauer Volksinitiative gegen Lehrplan 21 eingereicht

Das Aargauer Volk wird über die Einführung des umstrittenen Deutschschweizer Lehrplans 21 abstimmen können. Die Gegner des Lehrplans haben ihre Volksinitiative am Dienstag mit 4533 beglaubigten Unterschriften bei der Aargauer Staatskanzlei eingereicht.

Schüler lösen Mathematikaufgaben

Bildlegende: Mit dem neuen Paragraphen im Schulgesetz soll auf der Primarstufe nur eine Fremdsprache auf dem Stundenplan stehen. Keystone

Hinter der kantonalen Initiative «Ja zu einer guten Bildung - Nein zum Lehrplan 21» steht ein Komitee mit Einzelpersonen aus dem bürgerlich-konservativen Lager. Eine so grundlegende Schulreform wie der Lehrplan 21 dürfe nicht am Volk vorbei eingeführt werden, hält das Komitee fest. Gegen den Beschluss könnte dann das Referendum ergriffen werden.

Auf Primarstufe nur eine Fremdsprache?

Das Begehren war im August lanciert worden. Damit im Aargau eine Initiative zustande kommt, müssen innerhalb eines Jahres mindestens 3000 Wahlberechtigte das Begehren unterzeichnen.

Die Initiative schlägt einen neuen Paragraphen zum «Lehrplan» im kantonalen Schulgesetz vor. Darin werden unter anderem die Fächer aufgezählt, die auf der Primar- und Oberstufe unterrichtet werden. So soll auf der Primarstufe nur eine Fremdsprache auf dem Stundenplan stehen. Auch soll das Kantonsparlament über einen künftigen Beitritt zu einer interkantonalen Vereinbarung entscheiden können.

Aargau kann selbst entscheiden

Der Aargau gehört bislang nicht der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat) an. Daher kann der Kanton selbst über seinen Lehrplan entscheiden.Der Regierungsrat hatte im vergangenen Jahr entschieden, die Einführung des Lehrplans 21 um drei Jahre auf das Schuljahr 2020/21 zu verschieben. Es sollten derzeit keine weiteren Reform angeschoben werden, hiess es.