Aargauische Kantonalbank konzentriert sich auf den Aargau

Die Aargauische Kantonalbank trennt sich von ihrer AKB Privatbank AG in Zürich. Diese wurde per 29. November an die Privatbank IHAG Zürich AG verkauft. Die AKB will sich auf den Aargauer Markt konzentrieren und politisch schwierige Entscheidungen vermeiden.

Haupteingang der AKB in Aarau.

Bildlegende: Die AKB trennt sich von ihrer Zürcher Privatbank und konzentriert sich künftig auf den Aargau und umliegende Gebiete. SRF

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) habe sich «aus strategischen Gründen» entschieden, ihr Engagement «in erster Linie auf ihr angestammtes Wirtschaftsgebiet zu konzentrieren», heisst es in einer Mitteilung vom Freitagmorgen.

Das heisst: Die AKB zieht sich aus dem europäischen Privatbanken-Geschäft zurück. Sie konzentriert sich auf ihr Geschäft im Kanton Aargau und den umliegenden Gebieten.

Die AKB Privatbank AG ist als Vermögensverwalterin tätig und betreut vor allem Kunden aus dem EU-Raum, insbesondere aus Deutschland und Österreich. Mit der Privatbank IHAB AG habe man eine Käuferin gefunden, die in einem ähnlichen Markt wie die AKB Privatbank tätig sei und damit den Kunden und Mitarbeitern «zukunftsgerichtete Perspektiven» biete, heisst es weiter.

Kantonalbank will politisch heikle Vergrösserung verhindern

AKB-Bankratspräsident Dieter Egloff präzisiert auf Anfrage von Radio SRF: «Die Privatbank ist in ihrer aktuellen Grösse langfristig wohl kaum überlebensfähig. Eine Vergrösserung dieses Geschäftsbereichs wäre für die Kantonalbank aber politisch heikel.»

Hätte die AKB ihr Geschäft mit der Vermögensverwaltung ausbauen wollen, hätte sie dafür das grüne Licht des Grossen Rates benötigt. Das sei in der aktuellen politischen Situation unrealistisch, meint Egloff. Zusätzlich könnten kommende EU-Richtlinien das Geschäft erschweren: «Wir hätten vielleicht bald Filialen im Ausland eröffnen müssen, um ausländische Kunden betreuen zu dürfen. Das ist politisch nicht machbar.» Der Verkauf sei deshalb die bessere Option.

Verlust der Privatbank ist gut zu verkraften

Die Mitarbeiter der AKB Privatbank werden alle weiterbeschäftigt, entweder in einer der beiden Privatbanken oder bei der AKB in Aarau. Was die IHAB für die AKB Privatbank bezahlt, das bleibt geheim.

Die AKB könne den Wegfall der Privatbank gut verkraften, meint Dieter Egloff. «Die Bilanzsumme und der Gewinn der Privatbank waren im Verhältnis zum Mutterhaus relativ klein». Die Kantonalbank könne mit dem Aargauer Markt alleine gut überleben: «Wir sind aktuell vor allem im Bereich Hypotheken tätig, werden aber den Bereich der Vermögensverwaltung auch bei unseren Kunden auszubauen versuchen.»

Video «Schwierige Zeiten für Privatbanken» abspielen

Schwierige Zeiten für Privatbanken

1:40 min, aus Tagesschau am Mittag vom 17.1.2013